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Veröffentlicht am 17.10.2016 | von Jana

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HANNAH EPPERSON – Upsweep

Hannah Epperson - Upsweep CD-Kritik

How many steps closer are we
when your headlights disappear in the east
I’m tired of healing, I wanna remember what we did in the backseat
I tried to walk in a straight line but circles become me
I tried to find some piece of mine but circles become me
I’m tired, tired of backward motion of pattern and commotion
I know you just wanna let it go

(Hannah Epperson – Circles)

Eigentlich muss man ‚Upsweep‚ als Vinyl Album in den Händen halten. Nur so macht es Sinn. Die Zweiteilung des Albums auf die beiden Seiten einer Vinyl-Scheibe wird erst so richtig greifbar. Die Erste Hälfte (‚Amalia‚) strahlt aufwühlend und elektronisch mit tiefen Beats wie das entfernte Wummern aus einer Disko. Verspielt und flirrend zeigen die Songs ihr glitzernd anspruchsvolles Popgewand. Auf der zweiten Seite (‚Iris‚) finden sich die gleichen Stücke zerbrechlich und mit kratzender Violine. Wobei es fast etwas zu viel erscheint von den gleichen Stücken zu sprechen, denn die Inszenierung ist so anders und fremd, dass es eine Weile dauert, bis man die Parallelen abseits der Songtitel erkennt.

So schön sortiert die beiden Seiten von Hannah Eppersons Musik auf ‚Upsweep‘ auch scheinen, die Songs pendeln elegant auf genau jener Grenze zwischen Neoklassik und Pop mit großem Anspruch. Hannahs Stimme schwebt dabei hoch über allem, mal wie ein giftiges Flüstern, mal elfenhaft verzaubernd. Die Geige heult gespenstisch auf und erschafft dabei eher Soundkulissen als Melodien. Und so erinnert die geschaffene Atmosphäre das eine oder andere mal an das Radical Face Konzeptalbum ‚Ghost‚. Überhaupt spielen Geräusche eine große Rolle auf ‚Upsweep‘. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass der titelgebende Begriff ein mysteriöses Brummen aus den Tiefen des Ozeans bezeichnet. Die Töne tippeln und Pausen reißen Löcher der Anspannung in die Songs, reizen das Warten aus und binden so Aufmerksamkeit für all die kleinen Momente des Albums.

Wenn die Platte also an etwas hinkt, dann an ihrem ambitionierten Anspruch Kunst sein zu wollen und dabei die Leichtigkeit etwas zu vergessen. ‚Upsweep‘ ist definitiv keine Platte, die man nebenher laufen lassen kann, sie fordert Aufmerksamkeit, in jedem Moment, aber das ist ja auch mal ganz gut so.

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Hannah Epperson – Upsweep
VÖ: 16. September 2016, ListenRecords
www.hannahepperson.ca
www.facebook.com/hannaheppersonmusic

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