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Veröffentlicht am 3.05.2017 | von Merle

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WILSEN – I Go Missing In My Sleep


Foto-© Tammy Jean Lamoureux

In the morning you’ll find
Heavy Steps quiet
Worry turns to wonder
And you don’t have to be alone

(Wilsen – Heavy Steps)

Die Minuten nach dem Aufstehen sind wohl für die meisten von uns die hektischste Zeit des Tages. Wer davon nicht betroffen ist, findet sich sicher in dem Debütalbum I Go Missing In My Sleep der brooklyner Band Wilsen wieder. Alle anderen dürfen sich mit diesen elf Tracks, die Sängerin Tamsin Wilson überwiegend kurz nach dem Aufstehen geschrieben hat, daran erinnern lassen, dass es sich lohnen wird, den Tag mal wieder langsam zu beginnen.

Denn genau danach klingen Wilsen: unaufgeregt, ein wenig verträumt und trotz der nachdenklichen Texte auf irgendeine Weise friedlich. Vielleicht ist es das unbekümmerte Pfeifen in Final, die minimalistische Begleitung des Basses in Otto oder der klare Gesang, der über jedem Song liegt.

Dass das Trio mehr als Zurückhaltung beherrscht, wird leider hauptsächlich in der ersten Hälfte des Albums deutlich. Man glaubt Wassertropfen fallen und Echos widerhallen zu hören, ist überrascht von Wilsons Stimme, die besonders im Opener Centipede mühelos erfahren klingt und dem Kontrast zu dem darauffolgenden Track Garden, der sehr viel treibender und rhythmischer ist. All das funktioniert auch bei allen weiteren Songs, doch ist es einem eben auch schnell vertraut.

Es ist wie mit dem Aufwachen: Für eine Weile ist es hinter dem morgendlichen Schleier wunderschön, doch früher oder später zieht es einen nach draußen in den Trubel.

Wilsen – I Go Missing In My Sleep
VÖ: 28. April 2017, Secret City Records
www.thisiswilsen.com
www.facebook.com/thisiswilsen

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