Reviews Leyya - Sauna

Veröffentlicht am 26.01.2018 | von Sophia Sailer

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LEYYA – Sauna

Foto-© Ella Kronberger

Oh, don’t believe what they say about me
Oh, don’t believe a word
Don’t give a shit that they talk about me
I’m not allowed to curse
Oh son’t you see that they lie about me
But baby I’m above
Oh don’t believe a thing they are talking
I count on you my love

(Leyya – Zoo)

Eine E-Gitarre im amerikanischen Diner, Bongos im bunten Jugendstilcafé. Dazwischen das österreichische Duo Leyya, getaucht in buntes Licht. Zwischen groovenden Bassläufen und bunten verspielten Percussions nuschelt Sophie Lindinger die Lyrics in das nicht vorhandene Mikrophon. Zusammen mit Marco Kleebauer ist das österreichische Popduo schon komplett, das einem zum Video von starr und verschwitzt entgegen starrt, während es diesen bunten elektronischen Sound heraufbeschwört. Dabei ist der Nachfolger des Debüts mehr Pop als Electro.

Die Österreicher sind keine Kinder der Trauer. Auf ihrem zweiten Album folgen Leyya keinen Regeln: Sie scheißen darauf, dass man eigentlich auf ein Erfolgsrezept vertraut, und machen es nur ein Jahr nach dem Debüt ganz anders. Was auf Spanish Disco Deluxe noch genau abgewogen und dosiert wurde, wird auf Sauna im Überfluss ertränkt. Wo sich das Duo 2016 zurückhielt, schallt es einem heute bunt und schrill entgegen. Was bleibt? Die angenehme Gelassenheit Lindingers und Kleebauers, die dieses bunte Etwas nicht zu laut, nie zu grell, nie zu anstrengend werden lässt.

Lediglich zwei Songs brechen aus diesem locker-flockigen Muster aus, das keine Ernsthaftigkeit zu kennen scheint. Wo es an anderer Stelle flirrt und klimpert, grätscht bei In Your Head die Gitarre erst kurz vor Schluss in einen linearen, dezenten Beat, der sich gepaart mit Lindingers Stimme schon fast auf einer The XX Platte wiederfinden ließe. We did OK ist das kühle Eingeständnis: „It’s my fault / Is that right?“ fragt die Sängerin zu einer kühlen Basslein, die irgendwann in spacigen Synthies untergehen, ohne an der Ernsthaftigkeit des Titels zu kratzen.

Aber abgesehen von diesen Ausreißern blubbert und wabert es auf Sauna viel. Der titelgebende Track, der eigentlich mehr Intro als Song ist, gibt die Richtung des Albums treffend vor. Allein die Titelnamen sprechend Bände: Die Lieder heißen Zoo, Sauna, Candy. Diese smarte Koketterie und das Spiel mit der Prise Selbstironie wie auf Solitude (I’ve never been Fun), Oh Wow, und und und kennen wir schon von einer anderen Band aus Österreich: Bilderbuch.

Wo Electropop diese Tage oft steif und melancholisch erscheint, greifen die Österreicher in den Farbtopf, übermalen öde Tristesse und streuen Glitzer oben drauf. Das gefällt.

Leyya – Sauna
VÖ: 26. Januar, Universal / Las Vegas Records
http://leyya-music.com
https://www.facebook.com/Leyya.Music

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