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Veröffentlicht am 6.04.2018 | von Sophia Sailer

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HENRY GREEN – Shift

I feel movements under my skin
When we collide
I feel it all
When you let me in
Caught in descent
With you I’m falling
A sweet decline
You’ll hear me call when the motion ends

(Henry Green – Shift)

Minimalistisch bedeutet nicht kahl. Das stellt Henry Green auf Shift unter Beweis. Er erschafft damit ein nur 30-minütiges Debüt, das sich mit Adjektiven überfrachten ließe. Aber halten wir es einmal so wie der Künstler: simpel.

Und das im wohl positivsten Sinne, denn zwischen filigranen Arrangements und seiner androgynen Stimme vermisst man nichts. Geradezu unauffällig gleiten Samples in Klaviergeklimper (Contra) oder verspielte Gitarrenparts und offenbaren so gleichermaßen eine Vorliebe des Künstlers wie den Hintergrund der Namensgebung. Denn stilistische Brüche sind auf Shift tatsächlich keine Seltenheit. Doch Green bettet sie gekonnt auf reduzierten, aber lockenden Beats.

Eine Liebe zu diesen Gegensätzen bestimmt seine Musik maßgeblich. Doch erst sein Können, sie dennoch zu einem großen Ganzen verschmelzen zu lassen, ist es, was ihm schon vor seinem Debüt zu dem ein oder anderen Erfolg verhelfen konnte. Schließlich durfte er bereits die Konzerte von Bands wie London Grammar oder Nick Mulvey eröffnen.

Dramaturgisch vielleicht vorhersehbar, aber sinnig, gibt es einen zurückhaltenden Opener. Wo er in der Mitte des Albums einen Höhepunkt (Without You) setzt, schubst einen Green umso behutsamer mit Diversion und Something ganz sanft zur Tür hinaus.

Man möchte schreiben, dass die Musik von Henry Green trotz ihrer Schwere jung klingt und fühlt sich dabei irgendwie alt. Mindestens so alt wie der Spruch, dass der Künstler „aus ganz wenig, ganz viel macht“. Dabei wäre das bei Shift ausnahmsweise keine Phrase, sondern treffend.

Henry Green – Shift
VÖ: 30. März 2018, Akira Records
www.henrygreenmusic.com
www.facebook.com/henrygreenmusic

Henry Green Tour:
25.04. Nochtwache, Hamburg
26.04. Privatclub, Berlin
27.04. Wohngemeinschaft, Köln

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