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Veröffentlicht am 21.06.2018 | von Helen von Daacke

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DJ KOZE – Knock Knock

Dj Koze - Knock Knock Cover
Fotocredit: ©Gepa Hinrichsen

„And you fall
And fall

And fall
Into another love dimension.“

(DJ Koze – Illumination)

„Knock Knock, who’s there?“ Nach fünf Jahren meldet er sich zurück. Mit 16 neuen Tracks klopft DJ Koze mit seiner aktuellen Veröffentlichung Knock Knock an, fällt geradezu ins Haus und sorgt mit seinem Besuch für Begeisterung. Mitgebracht hat er zahlreiche Gäste – darunter u.A. Sänger José Gonzáles, den wir auch als Sänger der schwedischen Band Junip kennen, den irischen DJ Mano Le Tough, mittlerweile ansässig in Berlin oder die Musikerin Sophia Kennedy, die ihr Debütalbum im vergangenen Jahr auf DJ Kozes hauseigenem Label Pampa Records veröffentlichte. Den Stücken This Is My Rock und Drone Me Up, Flashy lieh sie ihre Stimme und klingt dabei vor allem auf letzterem nicht nur in die Zeit der Knef versetzt, sondern scheint sie regelrecht zu kopieren, wenn man es mit dem Sample vom vorherigen Album Ich schreib dir ein Buch vergleicht.

Es gibt klare Parallelen zum Vorgänger Amygdala. DJ Koze, der geborene Flensburger Stefan Kozalla, bleibt seiner experimentierfreudigen, psychedelischen Produktionsweise treu, mit der er seine eigenen unkonventionellen Welten erschafft. Auch auf Knock Knock eröffnet er viele verschiedene Realitäten. Sie alle ergeben zusammen das Universum, in dem sich DJ Koze bewegt. Das ist bunt, aufregend, tanzbar, abenteuerlich und absolut nicht mainstream. Zwischen Hip-Hop, Indie und Elektronik, aber eben auch weit darüber hinaus. Das spiegelt auch die Diversität der eingeladenen Gäste auf dem Album wider. Während uns Sophia Kennedy in die 1950er versetzt, nimmt uns Bon Iver auf dem Dada-Track Spaghettification mit auf einen wilden Ritt durch bassschwülstige Landschaften, die uns wabernd umgeben, während uns seine Stimme wie von fern dadurch hinweg trägt.

Eine Mischung aus hypnotischem Disco und Folk verbindet wiederum der Track Illumination mit Róisín Murphy. Auch auf Scratch Up bekommt sie einen Platz und verleiht dem funkig-elektronischen Track in Diven-Manier seinen Glanz. Planet Hase mit Mano Le Tough bleibt klassischem House treu, bleibt in seiner Entwicklung aber überraschend, wenn es hier und da ausschert und kleine Spielereien zulässt. Wenn der Gesang einsetzt „Until your race is run circling the sun“ möchte man nur noch den Kopf in den Nacken legen, tanzen und nicht an Morgen denken.

Lobhudelei hin oder her: DJ Koze bringt es erneut auf den Punkt.  Und scheint sich dabei nicht einmal besonders anstrengen zu müssen. Als Nachfolger von Amygdala überrascht Knock Knock nicht als Spurenwechsel, die hält DJ Koze nämlich, doch ist seine Offenheit und Spielfreude nachwievor erfrischend. Dieser Besucher ist jederzeit gerne wieder gesehen.

DJ Koze – Knock Knock
VÖ: 4. Mai 2018, Pampa
http://www.pamparecords.com/
https://de-de.facebook.com/djkoze/

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