Kritik no image

Veröffentlicht am 20.06.2018 | von Dominik

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WIND RIVER – Filmkritik

Der Schmerz wird nicht weniger, man gewöhnt sich nur daran.

(Cory – Wind River)

Der Schauspieler, Drehbuchautor und nun Regisseur Taylor Sheridan, der schon mit seinen Drehbüchern zu Sicario und Hell or High Water für gehöriges Aufsehen sorgte, hat sich mit seinen Werken den amerikanischen Landschaften verschrieben, die sich aufgrund ihrer Witterung und Lage als schwer bewohnbar zeigen…und der Menschen, die sich häufig nur mit zweifelhaften Mitteln in eben dieser Umgebung zurecht finden. Für seine neue Regiearbeit und gleichzeitig den Abschluss seiner Frontier-Trilogie begibt er sich in den Norden und versetzt seine Protagonisten in eine Wüste aus Eis, bei ähnlichen Umständen: Wind River!

Schnee soweit das Auge reicht, umgeben von Wäldern, Bergen und Schluchten: Eine wunderschöne Eiswüste, die aber auch tödliche Gefahren birgt. Hier leben, neben wilden Tieren, die Einwohner des Indianerreservates Wind River. Gewalt, Kriminalität und Hoffnungslosigkeit stehen an der Tagesordnung und wer sich in dieser Wildnis verirrt, stirbt früher oder später den Kältetod. Was treibt eine junge Frau also dazu, barfuß und dünn bekleidet mitten durch diese Einöde zu rennen? Es ist die blanke Angst vor dem, was hinter ihr auf sie wartet…

In eben dieser schroffen Wildnis findet der US Wildlife Agent Cory Lambert (Jeremy Renner) die Leiche eines jungen missbrauchten Mädchens, der ihn an den Mord an seiner eigenen Tochter erinnert. Als das FBI die gerade frisch aus der Ausbildung kommende Agentin Jane Banner (Elizabeth Olsen) zur Aufklärung des Falles schickt, werden die beiden ein ungleiches Team. Gemeinsam dringen sie tief in eine Gegend vor, die von latenter Gewalt und den Elementen geprägt ist. Während Jane gezwungen ist, sich von dem im Rahmen ihrer Ausbildung Gelernten zu lösen und mehr auf ihre Instinkte zu vertrauen, wird Cory mit lange verdrängten Emotionen konfrontiert, als sich ihm die Möglichkeit bietet, nicht nur diesen Mord, sondern auch das Verschwinden seiner Tochter aufzuklären.

Die aus Taylor Sheridans Feder stammenden Werke Sicario und Hell or High Water erhielten zuletzt zurecht Lobpreisungen und legen die Latte für dessen neue Regiearbeit nicht gerade niedrig. Doch Sheridan versteht es den Zuschauer in sein Setting zu ziehen und mit einzigartigen Charakteren Geschichten entstehen zu lassen, die einen nicht mehr loslassen wollen – so auch bei Wind River. Die schönen Bilder übermitteln die Kälte Wyomings, während einem das Geschehen fast das Blut in den Adern gefrieren lässt und an den Nerven zerrt. Ein Film wie ein Schlag in die Magengrube – der aber gerade dadurch, dass er keine herkömmliche Krimi-Kost ist, umso sehenswerter ist! Unbedingt anschauen!

Wind River (USA 2017)
Regie: Taylor Sheridan
Darsteller: Elizabeth Olsen, Jeremy Renner, Kelsey Asbille, Jon Bernthal, Julia Jones
Heimkino-VÖ: 8. Juni 2018, Universum Film

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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