Kritik no image

Veröffentlicht am 23.07.2018 | von Julius Tamm

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PAPILLON – Filmkritik

1932 wird Henri „Papillon“ Charrière zu lebenslanger Haft verurteilt, abzusitzen in Französisch-Guayana. Über sein Leben als Gefangener in einem fremden Land und über die dort erlebten Abenteuer veröffentlich Charrière 1970 seine Autobiografie Papillon und zwei Jahre später die Fortsetzung Branco. Dass sich so eine Lebenserzählung gut auf der Leinwand machen würde, erkannte schon 1973 der Regisseur Franklin J. Schaffner. Jetzt bringt Michael Noer die Erzählung mit frischem Wind und neuen Gesichtern erneut in die Kinos.

Anfang der 30er Jahre in Paris – ein Krieg ist vorbei ein anderer steht kurz bevor, doch davon ahnen die Bürger und Bürgerinnen der Weltmetropole noch lange nichts. Sie feiern ausgelassen, genießen das Leben und vergessen alle Sorgen. Mitten in dem ganzen Geschehen versucht ein junger Save-Knacker und Dieb den Unterhalt für sich und seine Freundin zu verdienen, sein Name Henri „Papillon“ Charrière (Charlie Hunnam). Doch eines Morgens wird die klein-kriminelle Idylle von Papillon durch die Polizei zerstört. Er wird fälschlicherweise wegen Mordes angeklagt und mit einer lebenslänglichen Haftstrafe in die Strafkolonie St. Laurent in Französisch-Guayana geschickt.

Auf dem Weg in die französische Kolonie in Südamerika lernt Papillon den jungen Fälscher und Millionär Louis Dega (Rami Malek) kennen und sie schließen einen Pakt. Dega bezahlt jegliche Fluchtversuche von Papillon, dafür wird er von ihm beschützt. Kaum auf der Insel angekommen, plant Charrière die erste Flucht und scheitert dabei kläglich. Immer wieder versucht er in den folgenden Jahren zu entkommen, wird dafür immer härter bestraft und gerät an sein psychisches, als auch physisches Ende. Einzig die Freundschaft mit dem zuerst unbekannten Dega hilft Papillon die Jahre in Gefangenschaft zu überstehen.

Eigentlich ist von Filmen mit Charles Hunnam immer viel Action und ein hohes Maß an Waffengewalt zu erwarten. Sei es nun King Arthur oder Pacific Rim, jedes Mal beschützt der muskelstrotzende Schauspieler die Welt vor einer dunklen Kraft. Diese Filme sind durchaus spannend, weisen aber selten ein hohes Maß an Emotionalität oder Tiefgang auf. Wer sich mit dieser Erwartung den Film Papillon ansieht, ändert seine Meinung spätestens nach dem ersten Drittel des Films. Zwar kommt ein Werk, das sich um eine Strafkolonie der Kolonialzeit dreht, nicht ohne Gewalt, Waffen und Blut aus, aber doch ist es eine ganz andere Gewalt als in herkömmlichen Action-Filmen. Papillon ist die Geschichte von gebrochenen Geistern, Verzweiflung, Schmerz und Wut, aber auch von Hoffnung und Freundschaft. Michael Noer schafft es, sich nur auf diese Elemente zu konzentrieren und alles außerhalb der Gefängnismauern wird vergessen. Weder die zurückgelassene Liebe in Paris noch der falsch angehängte Mord spielen eine Rolle. Es geht nur ums nackte Überleben. Mit den Darstellern Hunnam und Malek hat sich Noer eine gute Besetzung für seinen Film geholt. Ausgezeichnet spielen sie ihre Rollen und formen die Charaktere im Verlauf des Films, so dass ihr Schicksal dem Publikum gegen Ende der Vorstellung zunehmend wichtig wird.

Papillon (USA 2017)
Regie: Michael Noer
Darsteller: Charlie Hunnam, Rami Malek, Yorick Van Wageningen, Roland Møller, Tommy Flanagan
Kinostart: 26. Juli 2018, Constantin Film

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Über den Autor

Hat irgendwas mit Medien studiert, schaut gerne Filme und trinkt zu viel Tee. Schreibt für bedroomdisco, FRIZZ Darmstadt und bei hr-iNFO Online



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