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Veröffentlicht am 10.07.2018 | von Sophia Sailer

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YUNGBLUD – 21st Century Liability

Too many blokes are getting heavy
When a girl looks unsteady
Blisters on your bleeding soles
„Here have my boots, I’ll walk you home“
He walks her straight up to the front door
As she stumbles on the floor
We all know what happens next
A bit of fun turns to regret

(Yungblud – Polygraph Eyes)

Eines muss man dem jungen Londoner lassen: Thematisch versiert ist der 20-jährige Dominic Harrison aka YUNGBLUD durchaus. Auf seinem Debüt 21st Century Liability finden zwischen jugendlicher Revolte die Thematisierung von Gewalt, Sexismus und anderer sozialer Missstände Platz. Dass er sich selbst als „socially conscious artist unafraid of delivering genre-bending protest songs“ beschreibt, stimmt trotzdem nur teilweise.

Zwar wirft YUNGBLUD von Ska über Reggae, Punk, Sprechgesang und Trap-Beats allerlei in den Topf, aber ob seine Songs dabei tatsächlich eine Synthese all dieser Einflüsse schaffen? Schließlich geht dem Künstler immer wieder der rote Faden zwischen cheesy Hooks und klassischen Pop-Strukturen samt Streichersynthies verloren. Am authentischsten und angenehmsten wirkt der Künstler, wenn er seine Songs nicht mit Ruf-Chören (Doctor Doctor und Medication) überlädt und sich auf das konzentriert, was seinen Songs die eigentliche Bedeutung verleiht: Die klugen Lyrics. Ihm gelingt das zum Beispiel in Kill Somebody, wo man ausnahmsweise tatsächlich auf den Text achtet und nicht erschlagen wird. Denn zu sagen hat Harrison einiges: Polygraph Eyes ist ein Appell an seine männlichen Mitmenschen, ihr Verhalten bezüglich sexuellen Missbrauchs zu überdenken, während er in Anarchist über Drogen Missbrauch und ungerichteten Protest singt.

Schade, dass seine Musik ebenso ungerichtet ist. Andernfalls hätte 21st Century Liability durchaus ein spannendes Debüt werden können.

Yungblud – 21st Century Liability
VÖ: 6. Juli 2018, Locomotion Recordings
www.yungbludofficial.com
www.facebook.com/yungblud

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