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Veröffentlicht am 13.12.2018 | von Lea Kleisinger

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BILDERBUCH – mea culpa

Ich glaube an Trap (skurr), ich glaube an Apps.
An Safersex, Peugeot 406, bring‘ mich weit weg.
Ich glaube an Speed, ich glaube an Weed.
Ich glaub‘ mir wird schlecht.
Ich glaub‘ mir wird schlecht.
Ich glaub‘ ich muss weg, ja.

(Taxi Taxi – Bilderbuch) 

Fast, aber nur fast wäre die Veröffentlichung des neuen Bilderbuch Albums mea culpa unbemerkt an mir vorbeigezogen. Zum Glück ist das nicht passiert. Die 9 Songs ergeben eine Albumlänge von 34 Minuten und jede einzelne Sekunde lohnt sich. Nach dem letzten, eher etwas enttäuschenden Album Magic Life, sind die Beats auf mea culpa geordneter, harmonischer und gleichzeitig wunderbar groovy. Man kann nicht sagen, dass das neue Album gefühlvoller und romantischer ist als vergangene Werke. Vor allem, wenn man an Lyrics aus Schick Schock zurückdenkt wie ´Dein Auge zittert wie die Sonne im weiten Meer´. Jedoch sind die Melodien friedsamer und das macht wohl den Unterschied. Bilderbuch scheint sich wiedergefunden zu haben und wir profitieren davon.

Das Album beginnt mit Sandwishes und so mit einer leisen Gitarrenmelodie, die nach dem plötzlichen Drop von dem echten Beat abgelöst wird, der nebenbei gesagt einfach fantastisch ist. Es ist ein schwebend leichter Song und der perfekte Einstieg in mea culpa. Mit Lounge 2.0 haben Bilderbuch spielerisch einen Tech-Lounge Track geschaffen. Mit seiner leicht monotonen Melodie und den frustrierend wahren Lyrics ´Du verdienst jetzt endlich Geld, aber nicht genug für diese Welt´ wirkt der Song fast sarkastisch. Ob die Vier uns damit irgendwas mitteilen wollen? Wie so oft habe ich keine Ahnung. Weitere Highlights sind Megaplex und Memory Card. Letzteres beginnt mit den wunderbaren Worten ´Du hast hier ausgecheckt. Ich rauch´ das ganze Weed, das du liegen lässt. Es hat sich ausgecrasht. Und ich such´ nach etwas Liebe hier im Internet´. Ein Satz, der wohl fast eine ganze Genration wiederspiegelt. Die E-Gitarren Soli zerreißen die Songs weniger als in früheren Liedern und sind allgemein besser eingegliedert. Mir persönlich haben die früheren fast schon schockierenden Gitarren-Riffs jedoch auch gut gefallen. Leid tun muss den vier Künstlern bei ihrem neuesten Album aber nun wirklich nichts.

Ob etwas Gesellschaftskritik bei den Lyrics mitschwingt oder es einfach ein überaus poetischer Blick auf Alltagszuständen und zwischenmenschliche Beziehungen ist wissen wohl nur die vier Österreicher. Ist es Ironie? Naivität? Auf jeden Fall ist es gut. Sie spielen in ihren Lyrics immer wieder mit starken Wiedersprüchen oder weit hergeholten Metaphern. Es macht wohl genau so viel Spaß die Lieder zu schreiben, wie es uns Spaß macht sie anzuhören. Und weil das alles noch nicht genug ist, haben sie für den Februar des neuen Jahres das nächste Album Vernissage My Heart angekündigt. Wir sind gespannt.

Bilderbuch – mea culpa
VÖ: 4. Dezemeber 2018, Maschin Records
www.bilderbuch-musik.at
https://www.facebook.com/bilderbuch/

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