Kritik

Veröffentlicht am 4.04.2019 | von Julius Tamm

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SUSPIRIA – Filmkritik

Suspiria Cover

Schon immer ist der Tanz eine der intensivsten Ausdrucksformen, nicht nur bei den Menschen. Er spricht eine eigene Sprache und kann jede Emotion, die wir fühlen, darstellen. Regisseur Luca Guadagnino nutzt diese Möglichkeiten, um dem Remake Suspiria (Original: Suspiria – In den Krallen des Bösen, 1977) eine unglaubliche Intensität zu verleihen. Zum Heimkino-Release haben wir uns den Film noch einmal angesehen.

Im West-Berlin der 1970er Jahre und im Schatten des RAF-Terrors existiert die renommierte Markos Tanz Company unter der Leitung von Madame Blanc (Tilda Swinton). Sie ist nicht nur ein Ort des Tanzes, sondern seit dem Dritten Reich ein Zufluchtsort für Frauen, die der Unterdrückung entgehen wollen. Hierher zieht es Susie (Dakota Johnson) aus dem fernen Ohio. Aufgewachsen in einer Amisch-Familie, war sie zu einem Leben gegen ihren Willen gezwungen. Die Berliner Tanzschule ist ihre Rettung. Nachdem Susie aufgenommen wurde erfährt sie schnell von Patrcia (Chloë Grace Moretz), eine Tänzerin die die Schule angeblich für die RAF verlassen haben soll. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass Patricas-Verschwinden nicht so einfach zu erklären ist und die Tanzakademie involviert zu seien scheint. Auch der Psychologe von Patricia, Dr. Klemperer (Lutz Ebersdorf aka. Tilda Swinton), glaubt, dass Patricias Verschwinden keine natürlichen Umstände hat. Während Susie immer tiefer in die Strukturen der Schule integriert wird, versuchen Dr. Klemperer und die Tänzerin Sarah (Mia Goth) dem dunklen Geheimnis der Markos Tanz Company auf den Grund zu gehen.

In den letzten paar Jahren hat sich der Horrorfilm immer weiter etabliert. Star-Besetzungen, aufwendige Produktionen und renommierte Regisseure und Regisseurinnen sind Zeichen dafür. Auch bei Suspiria zeigt sich dieses Phänomen und es gelingt Luca Guadagnino, einen wirklich guten Horrorfilm zu präsentieren. Zwar ist Suspiria wieder nur ein Remake, ähnlich wie Stephen Kings Es von 2018, aber er greift die Essenz des Originals auf, ohne wie eine einfache Kopie zu wirken. Vor allem die Choreographien der Tänzerinnen und die Bildkomposition der Traumsequenzen von Susie schaffen es, den Film so kraftvoll und intensiv wirken zu lassen. Immer wieder schauen die Darstellerinnen direkt in die Kamera, was bei dem Publikum ein drückendes Gefühl der Bedrohlichkeit auslöst und diesen Film auf subtile Weise gruselig macht.

Suspiria (Italien, USA 2018)
Regie: Luca Guadagnino
Darsteller: Tilda Swinton, Dakota Johnson, Angela Winkler, Chlöe Grace Moretz, Mia Gith
Heimkino-VÖ: 04. April 2019, Koch Media GmbH

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Über den Autor

Seit 2017 Masterstudent für Medienentwicklung in Darmstadt. Schreibt für bedroomdisco, FRIZZ Darmstadt und im Moment für die Frankfurter Rundschau.



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