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Veröffentlicht am 14.05.2019 | von Sara Lingstädt

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MAC DEMARCO – Here Comes The Cowboy


Foto-© Coley Brown

And that don’t mean your dream is over
And that don’t make your heart beat slower
Such a shame to complain
When all of our yesterdays have gone away

(Mac DeMarco – All Of Our Yesterdays)

Der Kanadier Mac DeMarco, der 2016 nach Los Angeles gezogen ist, hat nun eine Cowboyplatte herausgebracht, die er in seiner Garage aufgenommen hat. Soweit klingt die Entstehungsstory zu Here Comes The Cowboy ganz spannend und passt auch durchaus gut zu dem Indie-Künstler, dessen Musik allein vom Genre her schwer einzuordnen ist und sich irgendwo zwischen 90s Rock, Psychedelic Folk oder Singer Songwriter Melodien wiederfindet. Doch schon beim Hören des ersten Tracks und Titelsongs merkt man: eine große Story steckt nicht hinter dem Sache, denn die Lyrics beschränken sich in diesem Fall auf eine Wiederholung der vier Worte des Titels.

Mac ist durch und durch ein Weirdo und nichts bestätigt das so sehr wie das Video zu seiner neuen Single Nobody: DeMarco sieht aus wie Voldemort mit Cowboyhut und singt dazu: “I’m a preacher / A done decision / Another creature / that’s lost its vision.” Das schelmische, lockere Image, das als DeMarcos öffentliche Persönlichkeit übersetzt wurde, diente aber auch als fauler Trick für einen ziemlich fleißigen Künstler, der alle Instrumente selbst aufzeichnet, produziert und spielt, was sich als ziemlich viel Material herausgestellt hat. In sieben Jahren seiner Solokarriere hat er sich zu einem festen Bestandteil der Indie-Welt entwickelt.

Doch sein viertes offizielles Album ist ein Rätsel. Here Comes The Cowboy handelt weder wirklich von Cowboys, noch transportiert das Album ein besonders ländlich inspiriertes Gefühl. Der Großteil der Songs plätschert so vor sich hin und könnten auch Meditationsmusik zum Katze streicheln sein. Ein Song wie Skyless Moon kriecht dahin, als ob jemand Neil Youngs After The Goldrush verlangsamt hätte, um die Akkorde zu lernen. Die Lead-Singles Nobody und All Of Our Yesterdays hingegen sind DeMarco-Tracks der Klasse A, die sich wie eine schöne Fortsetzung des persönlicheren Stils des letzten Albums This Old Dog anfühlen. Das sanfte, akustische K dient als ein gewinnbringendes und von Herzen kommendes Liebeslied.

Cowboy-Songs und Alben gibt es viele. Es gab auch eine große Kontroverse als Mac DeMarco Pläne für sein nächstes Album veröffentlichte und sich herausstellte, dass sowohl Albumtitel als auch die Lead-Single sehr dem Mitski Album Be The Cowboy von 2018 ähnelten. DeMarco selbst sagte jedoch, dass er zuvor nie von Mitski gehört hätte. Er lebt wohl in seiner eigenen Welt, vielleicht in seiner Garage, vollgestellt mit Instrumenten.

Mac DeMarco – Here Comes The Cowboy
VÖ: 10. Mai 2019, Caroline
www.mac-demarco.com
www.facebook.com/MacDeMarcoBand


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