Kritik

Veröffentlicht am 13.09.2019 | von Julius Tamm

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IM NETZ DER VERSUCHUNG – Filmkritik


Foto-© Universum Film GmbH

A perfect day to get out there and catch that damn fish

(Plymouth Radio – Im Netz der Versuchung)

Jeder Mensch hat irgendein Ziel im Leben – manche haben es klar vor Augen, manche kennen ihr Ziel noch nicht und manche wollen es gar nicht kennen. Im Netz der Versuchung von Steven Knight setzt sich mit der Suche nach dem eigenen Lebensziel auseinander und bleibt dabei letztendlich nur ein Moby Dick-Abklatsch. Wir haben uns den Film zum Heimkino-Release noch einmal angesehen.

Baker Dill (Matthew McConaughey) lebt zurückgezogen auf der kleinen Insel Plymouth und verdient sein tägliches Brot mit Fischerei und Touristenausflügen. Doch das Leben von Baker ist nicht so beschaulich wie es wirkt. Tagsüber versucht er verzweifelt, einen riesigen Thunfisch zu fangen und vergrault damit seine Kunden. Nachts wird er von Albträumen über seine Vergangenheit, die Zeit im Krieg und seinen Sohn geplagt. Immer weiter steigert sich der Fischer in die Vorstellung, nur der Fang des Fisches könnte seine Probleme lösen, und es treibt ihn an den Rand des Wahnsinns.

Eines Tages, nachdem schon wieder eine Tour leer ausging, steht auf einmal Bakers Exfrau und Mutter seines Sohns Karen (Anne Hathaway) an seinem Steg und bittet ihn um einen Gefallen. Baker soll ihren neuen Mann Frank (Jason Clarke) mit auf eine Tour nehmen und auf offenem Gewässer umbringen, da er sie und Bakers Sohn misshandelt. Als Belohnung verspricht sie Baker 10 Millionen Dollar. Hin und her gerissen zwischen Moral und der Liebe für seinen Sohn muss der Fischer eine Entscheidung treffen.

Wieso ist ein Film wie Im Netz der Versuchung mit solch einer Starbesetzung so unter dem Radar geschwommen? Das ist eine Frage, die mich beim Schauen immer wieder beschäftigt. Je länger ich der Geschichte um den Fischer Baker Dill folge verstehe ich, dass es wohl an der Durchschnittlichkeit des Films liegen muss. Es ist kein schlechter Film, aber halt auch kein wirklich guter. Die DarstellerInnen wirken steif, die Geschichte ist plump und eigentlich alles macht den Anschein als würde es sich gerade selbst parodieren – doch darin liegt auch der Charme von Kings Film. Das Groschenroman-Niveau lockt immer wieder ein ungewolltes Schmunzeln hervor und durch einen geschickten Kniff nimmt die Handlung am Ende wieder Fahrt auf. Außerdem schafft Im Netz der Versuchung wie nur selten ein Film, eine Insel- und Urlaubsatmosphäre zu schaffen, die eine sehr beruhigende und immersive Wirkung hat.

Serenity (USA 2019)
Regie: Steven Knight
Darsteller: Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Diane Lane, Jason Clarke, Djimon Hounsou, Jeremy Strong, Charlotte Butler
Heimkino-VÖ: 13. September 2019, Universum Film GmbH

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Über den Autor

Seit 2017 Masterstudent für Medienentwicklung in Darmstadt. Schreibt für bedroomdisco, FRIZZ Darmstadt und produziert Podcasts.



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