Kritik

Veröffentlicht am 18.11.2019 | von Julius Tamm

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CHILD’S PLAY – Filmkritik

Did you say Chucky?

(Chucky – Child’s Play)

Remakes sind groß im Kommen. Eigentlich sind sie schon eine Weile im Kommen und es stellt sich die Frage, wann sie endlich wieder verschwinden. Das Horror-Genre ist normalerweise ein experimenteller Ort, an dem alles ausprobiert werden kann, sei es noch so dumm. Doch seit einiger Zeit verwenden FilmemacherInnen ihre Zeit lieber darauf, alte Streifen neu zu interpretieren – ES, Friedhof der Kuscheltiere, Texas Chainsaw Massacre, Suspiria und jetzt auch Child’s Play. Das ist weder originell noch großartig spannend – scheint aber an den Kinokassen zu funktionieren. Zum Heimkino-Release haben wir uns den neuen alten Chucky von Regisseur Lars Klevberg nochmal angesehen.

Andy (Gabriel Bateman) und seine Mutter Karen (Aubrey Plaza) sind gerade in eine neue Wohnung gezogen, doch die Eingewöhnung fällt dem Jungen schwer. Der neue Freund seiner Mutter ist ein ignoranter, narzisstischer Idiot, Freunde findet er keine und seine einzige Ablenkung ist ein altes Smartphone mit kaputtem Display. Karen entgeht die Situation ihres Sohns nicht und sie bemüht sich, alles daran zu setzen, ihn glücklich zu machen. Als eines Tages auf ihrer Arbeit ein Buddi, eine Roboterpuppe mit Smart-Home-Anschluss und Sprachfunktion, zurückgegeben wird, beschließt sie kurzerhand, Andy zu überraschen und nimmt die Puppe mit. Was Karen nicht weiß ist, dass die Puppe nicht richtig funktioniert. Sie wurde in einer vietnamesischen Fabrik von einem wütenden Arbeiter umprogrammiert, sodass alle Schutzfunktionen deaktiviert sind. Schnell merkt Andy, dass mit seinem neuen Freund etwas nicht stimmt, was ihn zu Beginn aber eher belustigt. Mit dem selbstgewählten Namen Chucky wird die Buddi-Puppe jedoch von Mal zu Mal gewalttätiger und besitzergreifender. Bis Andy kapiert, womit er da eigentlich spielt, ist es schon zu spät und er muss alles daransetzen, Chucky aufzuhalten.

Was Klevberg gelassen werden muss, ist die versuchte Kreativität. Sowohl die Chucky-Puppe, als auch die Storyline von Child’s Play wurden teilweise verändert – nur leider nicht zum Guten. Das neue Design und der Hintergrund von Chuckys Mordlust führen dazu, dass dem Film jeglicher Grusel abhanden kommt. Wenn aus einem mörderischen Geist in einer Puppe ein falsch programmierter Roboter wird, der eigentlich nur Freundschaft will, gibt das dem Franchise eher einen Wall E-Touch. Die sehr gute Performance von Gabriel Bateman und Aubrey Plaza rettet den Film immerhin vor dem Totalversagen. Trotzdem bleibt am Ende ein Geschmack von Enttäuschung für Oldschool-Chucky-Fans übrig.

Child’s Play (USA 2019)
Regie: Lars Klevberg
Darsteller: Mark Hamill, Aubrey Plaza, Gabriel Bateman, Brian Tyree Henry, David Lewis, Beatrice Kitsos, Ty Consiglio
Heimkino-VÖ: 22. November 2019, Capelight Pictures

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Über den Autor

Seit 2017 Masterstudent für Medienentwicklung in Darmstadt. Schreibt für bedroomdisco, FRIZZ Darmstadt und produziert Podcasts.



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