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Veröffentlicht am 4.12.2019 | von Susan

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JACK PEÑATE – After You


Foto © Sebastian Madej

I want the world to know my name
So I survive
And there is nothing in my way
Except my cruel mind
 
So you want much more from life?
But you haven’t got the time?
Still you tell ‚em you’re the one
As you point your loaded gun 
 
(Jack Peñate – Loaded Gun)

Wenn die Einsamkeit einen umtreibt und man nicht in der Lage ist, seinen kreativen Gedanken freien Lauf zu lassen, befindet man sich wohl in einer ähnlichen Sinnkrise wie Jack Peñate. Der Musiker begab sich, nachdem er die Tour im Jahr 2009 zu seinem zweiten Album Everything Is New beendet hatte, zurück zu seinen Wurzeln nach Südengland und merkte schnell, dass er sich nicht mehr dazu in der Lage fühlte, seiner Leidenschaft, der Musik, weiter nachzugehen. Es vergingen 10 Jahre, die er größtenteils in New York verbrachte, bis er sich schließlich wieder in ein Tonstudio begab. Doch dann ging alles ganz schnell. Als wäre der kreative Knoten gelöst, entstand allein, der durch Gospel-Gesänge getragene Opener Prayer, innerhalb von 20 Minuten im Studio in einer entlegenen Garage in Oxford. Das neue Album After You, das am 29. November erschienen ist, ließ dann auch nicht lange auf sich warten und mit einem klaren Ziel vor Augen, konnte er sich dann auch in den weiteren 9 Songs beweisen. Nicht nur seine Studio-Fähigkeiten hatte er in der Zwischenzeit professionalisiert, auch war er in der Lage, einen komplett neuen Sound zu erschaffen, der sich ganz neuen, feineren Nuancen bedient.

So legt er mit der Synth-Pop-Nummer Murder eine ganz eigene Grundstimmung fest und damit gleichzeitig auch den Grundstein, für das weiterhin zu Erwartende. Dabei geht es ihm um Vergebung und Erlösung, Themen, die ihn auch in Loaded Gun beschäftigen. In David Bowie-Manier lässt er hier den Sound von einnehmenden Piano und Akustik-Gitarre tragen. Auch R’n’B, wie auch Bollywood-Streicher, sind unter anderem in Songs wie Round And Round, auf dem Indie-Pop-Album zu finden. Was lieblich klingt, wird jedoch immer wieder in Peñates düsterer Stimme und Lyrics aufgefangen. Soll ja, nach der jahrelangen Abstinenz, nicht allzu fröhlich klingen.

Damit sorgt der Singer-Songwriter mit der Vielschichtigkeit der Instrumentalisierung in After You für eine breite Bandbreite an Eindrücken. Es scheint in der Gestaltung der Songs immer mal wieder der rote Faden zu finden und man erhält das Gefühl, als müsse er sich für die letzten 10 Jahre fast schon entschuldigen. Oder es waren vielleicht einfach zu viele Eindrücke? Wer sich nach After You in einer mystischen, man könnte sagen Peñates-ähnlichen Stimmung wiegt, kann sich danach ein bisschen von Adele trösten lassen, die auf Instagram verkündete, dass sie ohne den Künstler, der sie auf seine damalige Tour als Support mitnahm, niemals einen Plattenvertrag erhalten hätte. Danke auf jeden Fall dafür, Jack Peñate.

Jack Peñate – After You
VÖ: 29. November 2019/ XL Recordings
www.jackpenate.com
www.facebook.com/jackpenate

YouTube video

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Über den Autor

Susan wohnt in Hamburg und wollte früher hauptberuflich Groupie werden, bis ihr ein Exfreund einen Song auf Myspace widmete. Der hat bis heute 200 Klicks. Von ihr.



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