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Veröffentlicht am 23.06.2020 | von Liv

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JUSE JU – Millennium

Juse Ju - Millenium Cover

Foto © V.Raeter

Nachdem Juse Ju bereits 2018 mit seinem Album Shibuya Crossing uns einen Einblick in seine Jugend gewährt hat, legt er nun mit Millennium eine Schippe drauf. Gemeinsam mit dem Rapper dürfen wir in seine persönlichen 20er Jahre zurückreisen.

Da gibt es zum einen den Song Sayonara. Mit welchem der Rapper begreift, dass es Zeit ist, sich von seiner Jugend zu verabschieden. Klar, das ist schon irgendwie traurig, aber was bleibt sind seine Freunde um ihn herum. Seine Gang. Die Jungs, mit denen er Geschichten erlebt hat, die man voller Stolz erzählt, insgeheim dann aber nicht wirklich jemand glaubt, weil es einfach zu absurd ist. Eine musikalische Ode an die Jugend und Freundschaft. Clara Verhältnis handelt von einer toxischen Liebe. Es gibt Menschen, die triggern in uns ein Suchgefühl. Obwohl wir wissen, dass sie uns nicht guttun, kommen wir nur schwer von ihnen los. In seinem Track behandelt Juse Ju genau diese Thematik und berichtet von einer Beziehung, die auf einer starken körperlichen Ebene funktioniert, emotional und menschlich gesehen allerdings so gar nicht zusammen passt und einfach nur weh tut. Dennoch ploppt immer wieder der Gedanke auf: „[…] auch nach all diesen Jahren würde ich sofort wieder mit dir schlafen”

Mit Unter der Sonne widmet der Rapper seinem verstorbenen Onkel einen Song. Der Mann, der ihm gezeigt hat, dass es absolut in Ordnung ist, die Sachen auch einfach mal anders anzugehen. Er ist Barbesitzer, wohnt in einem Poolhaus, schläft bis 14 Uhr und öffnet die Kneipe, wenn er Bock darauf hat. Getreu dem Motto: Mein Leben, meine Regeln. Juse Ju wuchs sowohl in einer schwäbischen Kleinstadt als auch in Tokio auf. Beides Orte, an welchem ein extrem hohes Leistungsniveau gefordert wird und generell sollte man sich an die Gegend und Umstände anpassen. Im Interview erzählt er uns, dass selbst als er Theaterwissenschaft studieren wollte, die Nase gerümpft wurde. Dem entsprechend kann man sich nur vorstellen, wie beeindruckend und bestimmt auch wichtig der Lebemannstil seines Onkels für ihn gewesen sein muss.

Auf Juse Jus neuem Werk treffen große und zugleich starke Thematiken wie u.a. (toxische) Liebe, Freundschaft und Familie aufeinander und finden hier ihren Platz und das ohne in irgendeiner Art und Weise kitschig zu werden. Das Album strotzt voller guter relateable Situationen und Lines und ist dabei einfach nur eins: ehrlich.

Übrigens: Als besonderes Schmankerl für das Release hat sich Juse Ju nach etlichen Jahren (17, um genau zu sein) mal wieder mit seinem Massig Jiggs Bandkollegen Bonzi Stolle zusammengetan und ein Bonus-Album aufgenommen. Wer sich Millennium auf CD oder Vinyl kauft, bekommt das Album Popbiz Enemy dazu. Wenn man schon die 2000er Jahre thematisiert, dann muss auch Stolle mit dabei sein, so der Gedanke Juse Jus. Seine 2000er waren geprägt von Stolle und gemeinsam haben sie ihr Projekt in dieser Zeit entwickelt und auf die Bühne gebracht. „Ich wollte auch so’n Album machen, wo so’n bisschen die Verantwortung von meinen Schultern genommen wird. Eben nicht nur das Herz auf den Tisch legen, sondern Trashtalk. Deshalb ist das dann entstanden.”

Juse Ju – Millennium
VÖ: 19. Juni 2020, Juse Ju (Groove Attack)
https://www.facebook.com/Juseju/
www.juseju.de

YouTube video

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Über den Autor

Für die Bühne hat es leider nicht gereicht, deshalb schreibt Liv jetzt einfach über Musik.



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