Kritik

Veröffentlicht am 23.06.2020 | von Julius Tamm

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SONIC THE HEDGEDOG – Filmkritik

„Wollt ihr wissen, wie es ausgeht? Ich auch!“

(Sonic – Sonic the Hedgedog)

Filme auf Basis von Videospielen – das ist dünnes Eis. Die Erwartungen der Fans sind groß und der Druck auf Produzenten und Produzentinnen ebenso. Soll exakt die Geschichte des Spiels erzählt werden oder wird etwas komplett Neues auf der Grundlage des Spiels gedreht? Silent Hill, Resident Evil, Hitman – das sind nur ein paar Beispiele für gelungene Game-Verfilmungen. Jeff Fowlers Sonic the Hedgehog kann sich jedoch nicht in diese Liste einreihen. Zum Heimkino-Release haben wir uns den Film noch einmal angesehen.

Gejagt wegen seiner Fähigkeit, super schnell rennen zu können, muss der kleine, blaue Igel Sonic (Julien Bam) seine Heimatwelt verlassen und findet letztendlich auf der Erde Zuflucht. Seine Rettung sind kleine, goldene Ringe, die er als interstellare Portale nutzen kann, um von Planet zu Planet zu springen. Lange bleibt der Außerirdische auf der Erde jedoch nicht unentdeckt. Nachdem Sonic durch Zufall eine enorme Energiewelle ausstößt, schickt die Regierung den sinisteren Dr. Robotnic (Jim Carrey), um der Sache auf die Spur zu kommen. Verzweifelt und auf der Flucht gerät er an den Dorfpolizisten Tom (James Marsden), der endlich seine Chance sieht, jemandem in echter Not zu helfen. Doch Sonic verliert bei ihrem Zusammentreffen seine Ringe und so müssen sich die beiden auf eine gefährliche Reise bis nach San Francisco begeben – stets gejagt von Robotnic und seinen Drohnen.

Sonic the Hedgehog hinterlässt ein großes Fragezeichen. Oder besser gesagt viele, große Fragezeichen. Woher hat Sonic seine Kräfte? Wieso versucht er nicht, zurück in seine Heimat zu kommen und sich dort seinen Feinden zu stellen? Wo kommt Dr. Robotnic her? Und die wichtigste Frage von allen: Warum tut sich Jim Carey so etwas an? Der Film von Jeff Fowler ist an Oberflächlichkeit nicht mehr zu überbieten. Dabei ist das Game, auf dem alles beruht, so einfach gestrickt, dass Fowler die Chance gehabt hätte, dem blauen Igel mit den roten Sneakers eine umfangreiche Origin-Story zu geben, ohne dabei die Fans zu vergraulen. Er hatte mit keinem engen Story-Korsett oder strengem Character-Setting zu arbeiten, verpasst aber die Chance, das zu nutzen. Das einzige, was Fowler hinbekommt, sind drei unfassbar nervige Hauptfiguren. Der nie stillhaltende, immer quasselnde Sonic, das dämlich drein guckende Vanillagesicht Tom und die x-te viel zu überspitzte, lächerliche Jim-Carrey-Performance Dr. Robotnic. Oberflächliche Handlung, nervige Figuren und erzwungene Pop-culture-Anspielungen machen Sonic the Hedgehog zu einer der schlechtesten Videogame-Verfilmungen.

Regie: Jeff Fowler
Darsteller: Ben Schwartz, Jim Carrey, James Marsden, Tika Sumpter
Heimkino-VÖ: 25. Juni 2020, Paramount Pictures (Universal Pictures)

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Über den Autor

Hat irgendwas mit Medien studiert, schaut gerne Filme und trinkt zu viel Tee. Schreibt für bedroomdisco, FRIZZ Darmstadt und bei hr-iNFO Online



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