Kritik Der Unsichtbare © Universal Pictures Germany

Veröffentlicht am 9.07.2020 | von Julius Tamm

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DER UNSICHTBARE – Filmkritik

Der Unsichtbare Cover
Foto-Credits © Universal Pictures Germany

„Überraschung!“ – Adrian

Stalking, häusliche Gewalt, Verfolgungswahn, Vergewaltigung – ziemlich schwere Themen, denen sich Regisseur Leigh Whannell in seinem neuen Film Der Unsichtbare widmet. Und doch bekommt er die Kurve hin zu einem unter die Haut gehenden Psycho-Thriller. Zum Heimkino-Release haben wir uns den Film noch einmal angesehen

Ein Luxusanwesen mit Meerblick, eine Inneneinrichtung, die nur so nach Geld stinkt, und doch stimmt etwas nicht. Das wird dem Publikum innerhalb weniger Minuten klar. Zu sehen ist Cecilia (Elisabeth Moss) wie sie sich aus dem Bett schleicht, während ein Mann neben ihr liegt, und sie mit höchster Anspannung und Panik versucht, aus dem Anwesen zu entkommen. Erst im Laufe des Films wird erklärt, dass es sich bei dem Mann um Cecilias soziopathischen, gewalttätigen Lebensgefährten Adrian (Oliver Jackson-Cohen) handelt. Doch durch eine unterschwellige, bedrohliche Musik, eine nervöse Kameraführung und das angsterfüllte Gesicht von Cecilia ist schnell klar, dass dieser Mann eine Bedrohung darstellt.
Cecilia schafft es, zu fliehen, und findet einen sicheren Unterschlupf bei ihrem guten Freund James (Aldis Hodge) und seiner Tochter Sydney (Storm Reid). Als nach einigen Tagen die Nachricht eintrifft, dass sich Adrian umgebracht und Cecilia mehrere Millionen vermacht hat, fühlt sich die Architektin zum ersten Mal seit langem wieder sicher. Dieses Gefühl ist jedoch schnell vorbei, denn kaum ist der Nachlass verlesen, wird Cecilia von einer Unsichtbaren Person terrorisiert, von der sie glaubt, Adrian zu sein. Umso mehr sich die Vorfälle häufen, desto weniger halten ihre Freunde und Familie zu ihr. Immer weiter treibt sie dieses Katz und Maus Spiel in den Wahnsinn bis sie sich ganz alleine einem scheinbar unbesiegbaren Feind gegenübersieht.

Der Unsichtbare von Leigh Whannell ist auf zwei Arten faszinierend. Rein technisch schafft es Whannell, die simpelsten und klassischsten Horrorfilmelemente erfrischend und innovativ einzusetzen. Weder die Jump-Scares, noch die altbekannte „Ich dreh mich weg, dreh mich wieder hin und es ist etwas vor mir“-Kamerafahrt oder die Story-Struktur in Form von Verfolgungswahn führt zu Wahnsinn wirken bei Whannell ausgelutscht oder langweilig. Grund dafür ist eine tragende Story und ein vielseitiger, ausdrucksstarker Cast. Auf ihnen liegt der Fokus, die Effekte runden den Film nur ab. Die Geschichte des Films, die erschreckend klar darstellt, wie sich eine Frau als Opfer häuslicher Gewalt fühlen muss, und die herausragende filmische Umsetzung machen Der Unsichtbare zu einem intensiven Filmerlebnis.

Der Unsichtbare (USA, 2020)
Regie: Leigh Whannell
Darsteller: Elisabeth Moss, Aldis Hodge, Storm Reid, Harriet Dyer, Oliver Jackson-Cohen
Heimkino-VÖ: 9. Juli 2020, Universal Pictures Germany

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Über den Autor

Hat irgendwas mit Medien studiert, schaut gerne Filme und trinkt zu viel Tee. Schreibt für bedroomdisco, FRIZZ Darmstadt und bei hr-iNFO Online



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