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Veröffentlicht am 6.08.2020 | von Liv

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MAXIM – Grüne Papageien


Foto © Ben Hammer

Es liegt darin kein tieferer Sinn
Kein warum und kein wohin
Keinen Grund, auf den man sinkt

(Maxim – Folie/Fön)

Maxim treibt sich nun bereits schon seit mehreren Jahren in der Musikbranche herum. Der Sänger ist vor allem für zwei Dinge bekannt: zum einen für seine seichte, warme Stimme. Eine Stimme, die dich wie deine Lieblingsdecke warm umhüllt und vor der bösen, grauen Welt da draußen beschützt. Zum anderen wären da noch seine Texte. Maxim gehört nicht zu den 0-8-15 Mainstream-Pop-Textern. Ähnlich wie auch seine Stimme strotzen auch seine Texte nur voller Gefühl und du glaubst ihm einfach alles, was er sagt. Grüne Papageien ist das bereits sechste Studioalbum des Kölners. Alle acht Songs der Platte hat er selbst produziert:

Nach der letzten Platte war ich so richtig durch. Ich hatte keine Lust mehr zu schreiben, alles fühlte sich krampfig an und all das hat mir die Freude an der Musik zerstört. Ich habe sie erst wiedergefunden, als ich meinen Arbeitsprozess komplett umgeschmissen habe und beschloss, alles selbst zu produzieren.“ (Quelle: Pressetext)

Diese Aussage wird den*die ein oder andere*n Hörer*in stutzig machen, zeugt doch gerade dieses Album von einer wahnsinnig schönen Leichtigkeit. Wie bereits von Maxims Werken gewohnt, gibt es auch im neuen Album seichte Klavier- und Pianoklänge, die dich beim Hören des Albums wie ein Schleier an dich schmiegen. Geprägt wurde der Sound des Albums unter anderem durch die Aufnahme, für welche sich Maxim ein bestimmtes Konzept überlegt hatte: Auf der Platte sind nur ganz bestimmte Instrumente zu hören. Immer das gleiche Klavier, die gleichen zwei Gitarren und jeder Track wird durch Live-Drums unterstützt. Inhaltlich bewegt sich der Kölner auf seinem Album tänzelnd zwischen großen Themen wie Glück, die Schönheit der Dinge, Liebe und auch ein Teil seiner Familiengeschichte findet hier ihren Platz.

Maxim schafft Raum für große Gefühle und weil ich euch gar nicht vorschreiben will, was ihr bei den einzelnen Songs fühlen könnt oder solltet, gibt es stattdessen meine Top 3 Anspiel-Tipps, mit welchen ihr die Achterbahn der Gefühle durchfahrt: Angefangen mit dem Track Automat. Erinnert mich persönlich ein bisschen an Die Höchste Eisenbahn. Ein Text zum Nachdenken, während man seine Hüfte dazu kreisen lässt. Ein wenig ruhiger geht es beim Song Alter Freund zu. Ein Song, der von einem Abschnitt in seinem Leben erzählt, der von Krankheit und innerer Unruhe geprägt war. Abschließen möchte ich mit dem wohl persönlichsten Stück auf der Platte, Die Asche von Claude. Ein Song über Maxims Großvater. Haltet eure Taschentücher bereit, denn das kommt unerwartet.

Für mich ist und bleibt Maxim der Retter des Deutschpops!

Maxim – Grüne Papageien
VÖ: 14. August 2020, Feder Records
www.maximmusic.de
www.facebook.com/Maxim.Fanpage

YouTube video

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Über den Autor

Für die Bühne hat es leider nicht gereicht, deshalb schreibt Liv jetzt einfach über Musik.



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