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Veröffentlicht am 29.09.2020 | von Dominik

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ANNA B SAVAGE – Fragezeichen


Foto-© Ebru Yildiz

Kunst zu machen ist eine mutige Sache, eine Aussage. Gewöhnlich ein Punkt, manchmal ein Ausrufezeichen. Aber es ist noch kühner, wenn es ein Fragezeichen ist. Die Musik von Anna B Savage stellt seit Beginn eher Fragen, als dass sie Antworten gibt. Ihre 2015er EP zeigte erstmals ihre beeindruckende, mondäne Stimmgewalt mit der entwaffnenden Lyrik über alle Arten von Hemmungen, Unsicherheiten und „unfinished business“, wurde von der internationalen Presse gelobt  und zog direkt die Aufmerksamkeit von Father John Misty und Jenny Hval auf sich, die sie dann kurzerhand beide jeweils mit auf Europatour nahmen.

Der Erfolg ihrer EP erwischte Savage unvorbereitet, löste eine Form des Betrügersyndroms aus, erstickte sie beim Schreiben und beeinträchtigte schließlich ihre psychische Gesundheit. An ihrem Tiefpunkt war Savage nicht sicher, ob sie überhaupt weiterhin Musik machen konnte. Doch es ging wieder bergauf und sie beendete ihre toxische Beziehung, machte eine Therapie, reiste um die Welt und rappelte sich schließlich wieder auf: “I sat in the sun and read, and I ran my book club, and I went swimming in the Ladies Pond, and I went on trips, and I got drunk, started smoking again and going to parties, and I started dancing again and seeing my friends and, most miraculous of all, I started to like myself.”

In den darauffolgenden Jahren schrieb sie weiter an neuer Musik für ihr Debütalbum, auf dem sie aus dem referentiellen Universum ihrer Einflüsse diverse Schnappschüsse aufgreift und am Ende zusammenfügt. A Common Turn erscheint am 29. Januar 2021 via City Slang und in Form der nächsten Single A Common Tern (zu deutsch Flussseeschwalbe) gibt es auch heute schon als Art Befreiungsschlag den nächsten Song daraus! Über den Song, beziehungsweise die Titelgebende Schwalbenart sagt die offenherzige Londonerin: „They’re actual dinosaurs and we just think they’re normal. The huge journeys they do, their ever presence, in one way or another. They are at once familiar and yet so strange and weird: they can fly ffs. I love watching them too, counting them on walks and in gardens. I’d become a bit of a twitcher: I was going on birdwatching holidays and listening to Tweet of the Day all the time, and I did some bird ringing. Turns out they’ve always held something of a fascination for me: I found an old school notebook from when I was nine and I’d written a poem about an albatross. I do remember being a bit (completely) taken by albatrosses after reading The Rhyme of the Ancient Mariner at school.”

Das Album entstand mit William Doyle (East India Youth), mit dem Savage gemeinsam an den Songs experimentierte und der ihr dabei half, das Album, das Anna selbst irgendwann als nicht mehr fertigstellbar erachtete, in seine endgültige Form zu bringen.

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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