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Veröffentlicht am 26.10.2020 | von Lea Kleisinger

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BEABADOOBEE – Fake It Flowers

Back on old ways I know your face
I haven’t seen you in some days
It hurts my head, my conscience dead
The fact I miss the way it felt.
You’re coming back again
Don’t want you back again.
You call me up, and lie again
Like all the men I used to trust
Nobody knows when I was young
I lost myself in cosmic dust.
Just the thought of you doesn’t stop
You’re not a person or a thing
Just the thought of you on my limbs.

(Emo Song – Beabadoobee)

Beabadoobee, nennen wir sie heute mal Bea, wurde 2000 auf den Philippinen geboren und zog mit ihren Eltern mit drei Jahren nach London. Sie lernte es Violine und später Gitarre zu spielen. Eines Tages tauchte dann die Schlafzimmerproduktion Coffee auf Youtube auf und in kürzester Zeit hatte sie die Aufmerksamkeit der Musikwelt auf sich gezogen. Jetzt ist sie mit dem Debütalbum Fake It Flowers zurück und mischt gekonnt ihre großen musikalischen Vorbilder in 12 Songs zusammen.

Sobald man die Platte anschmeißt dröhnt einem dunkel angehauchter 90er-Jahre Indie-Pop-Rock entgegen. Ihre feine Stimme ist gleichbleibend präsent während sie mal wilder und mal sanfter ihrer Gitarre zusetzt. Bea schafft es, Lieder zu schaffen die gleichermaßen eine Emo-Attitüde und Good-Vibes ausstrahlen. Kein Wunder also, dass sie schon als Vorband für The 1975 aufgetreten ist. Fast schon karikativ spiegelt sie den Zeitgeist ihrer Generation in einem wunderbar produzierten Album wider. Dye It Red lebt von ihrer tänzelnden Gitarre und einem catchy Rhythmus. Das perfekte Beispiel für Beas Aussage, sie wolle Musik für ihre liebsten Teenage Rom-Coms machen. Sehr viel punkiger kommt Charlie Brown um die Ecke. Eines der Highlights des Albums lebt von einem einnehmenden Refrain und treibenden Drums. Auch der grandiose Emo Song wirkt etwas kantiger und tut dem Album gut. Etwas anspruchsvollere Lyrics und spacige Synths geben dem Track das Gewisse etwas. Direkt darauf folgt mit Sorry ein sich langsam aufbauender Track, der dank blecherner E-Gitarre ein mitreißendes Finale hat. Ab jetzt wird das Album ruhiger und süßlicher. Ihre junge, muntere Art schreit dem Zuhörer beinahe aus den Vocals entgegen. Das Finale des Albums zeigt jedoch abermals, wie sie es auf verspielte Art und Weise schafft, dieses Image ins Unkenntliche zu verzerren.

Fake It Flowers ist ein ausdrucksstarkes Album. Bea nutzt neben ihrer Gitarre atmosphärische Streicher und schafft es Songs mit starkem Hymnencharakter zu schaffen. Trotz alle dem wirkt das Album noch etwas unrund. Fast schon zu gestaffelt ist der Übergang zwischen Mainstream-Sound, Avantgarde und romantischem Storytelling. Es scheint als führe ihr Wunsch danach, ein nostalgisches Lebensgefühl wiederzuerwecken, zu einer gewissen kreativen Einschränkung. Ihr außergewöhnlicher Sinn für Musik macht sie als aufsteigender Stern der Musikwelt jedoch zu einem must hear und wir sind gespannt, was Beabadoobee in Zukunft noch so wunderbares kreieren wird.

Beabadoobee – Fake It Flowers
VÖ: 16. Oktober 2020, Caroline
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