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Veröffentlicht am 19.01.2021 | von Dominik

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Bands To Watch 2021 – ANNA B SAVAGE


Foto-© Ebru Yildiz

Wie heißt es so schön bei Dinner For One jedes Jahr zu Silvester: „Same procedure as every year!“ Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier…und so sind wir! Gutmenschlich, gefangen in den Zwängen der ständigen Wiederholung! Aber hey, bei uns bedeutet das im Bezug auf den Jahresbeginn auf Bedroomdisco.de, dass wir nach dem Blick zurück, in Form unserer Bestenlisten, unsere Glaskugel bemühen und alljährlich versuchen ein paar gewagte Aussagen zu tätigen, welche Bands und Künstler in den kommenden Monaten unsere Gehörgänge in steter Regelmäßigkeit beglücken werden. Ausverkaufte Konzerte und weltweiter Ruhm inklusive, oder so ähnlich…in Kurzform: unsere Bands To Watch 2021!

Natürlich wagen wir – wie wir es uns insgesamt bei Bedroomdisco auch immer zur Aufgabe gemacht haben – dazu gerade auch einen Blick in die Nische, auf das was sich abseits des Mainstreams tut. Und in der Nische tut sich etwas in 2021 – düster funkelt so zum Beispiel das Debüt der britischen Newcomerin Anna B Savage und erinnert dabei immer wieder an Anthony and The Johnsons / Anohni!

Kunst zu machen ist eine mutige Sache, eine Aussage. Gewöhnlich ein Punkt, manchmal ein Ausrufezeichen. Aber es ist noch kühner, wenn es ein Fragezeichen ist. Die Musik von Anna B Savage stellt seit Beginn eher Fragen, als dass sie Antworten gibt. Ihre 2015er EP zeigte erstmals ihre beeindruckende, mondäne Stimmgewalt mit der entwaffnenden Lyrik über alle Arten von Hemmungen, Unsicherheiten und „unfinished business“, wurde von der internationalen Presse gelobt und zog direkt die Aufmerksamkeit von Father John Misty und Jenny Hval auf sich, die sie dann kurzerhand beide jeweils mit auf Europatour nahmen.

Der Erfolg ihrer EP erwischte Savage unvorbereitet, löste eine Form des Betrügersyndroms aus, erstickte sie beim Schreiben und beeinträchtigte schließlich ihre psychische Gesundheit. An ihrem Tiefpunkt war Savage nicht sicher, ob sie überhaupt weiterhin Musik machen konnte. Doch es ging wieder bergauf und sie beendete ihre toxische Beziehung, machte eine Therapie, reiste um die Welt und rappelte sich schließlich wieder auf: “I sat in the sun and read, and I ran my book club, and I went swimming in the Ladies Pond, and I went on trips, and I got drunk, started smoking again and going to parties, and I started dancing again and seeing my friends and, most miraculous of all, I started to like myself.”

In den darauffolgenden Jahren schrieb sie weiter an neuer Musik für ihr Debütalbum, auf dem sie aus dem referentiellen Universum ihrer Einflüsse diverse Schnappschüsse aufgreift und am Ende zusammenfügt. A Common Turn erscheint nun am 29. Januar 2021 via City Slang – es entstand in Zusammenarbeit mit William Doyle (East India Youth), mit dem Savage gemeinsam an den Songs experimentierte und der ihr dabei half, das Album, das Anna selbst irgendwann als nicht mehr fertigstellbar erachtete, in seine endgültige Form zu bringen. Passend dazu veröffentlicht sie heute Baby Grand – das ist sowohl der Titel ihrer neuesten Single, als auch der Titel eines Kurzfilms, an dem sie zusammen mit ihrem Ex-Freund und Filmemacher Jem Talbot gearbeitet hat und der später in diesem Jahr veröffentlicht wird! Die beiden haben auch gemeinsam das sehr intime Musikvideo zum Song gedreht, in dem nahtlos Szenen aus dem echten Leben mit nachgespielten Szenen vermischt werden, mit Schauspielern, die die jüngeren Versionen der beiden darstellen.

Anna B Savage über das Musikvideo: “Jem was my first love. For three years we’ve been working on a film together about our past relationship. This song is written about a night Jem and I had, just after we’d started work on the film. This night was – like much of the filmmaking process – very confusing. Taut with unexpressed emotions, vulnerability, and miscommunication. Baby Grand (the film) and A Common Turn (album) are companion pieces: woven together in subject, inspiration and time. Jem was, for want of a better word, a muse for A Common Turn. Expressing ourselves through our different mediums (mine: music, his: film) became a way for our disciplines to talk, perhaps in place of us.”

Jem Talbot dazu: “Having not spoken to me in seven years, Anna sent me a text out of the blue saying she’d had a dream about me. Perhaps by chance, or by cosmic serendipity, I’d been listening to her EP and already dreaming up a film idea the two of us could collaborate on. Three years later, she’s releasing her debut album and I’ve finished that film. In that time, both our mediums have been in a constantly shifting dialogue with each other, a dialogue that has mirrored the ebbs and flows of our connectedness in the present day. The film is an exploration of the how and why some people just crawl into your heart and make a home there.”

Atmosphärisch, düster, packend und auf jeden Fall hochspannend – Anna B Savage steht in 2021 für einen einzigartigen Sound und ihr Debüt wird wohl noch lange nachhallen! Zumindest aber bis Oktober, wenn sie für einige Shows nach Deutschland kommt, präsentiert von Bedroomdisco.de!

Anna B Savage Tour:
22.10. Molotow Skybar, Hamburg
28.10. Kantine am Berghain, Berlin
31.10. Heppel & Ettlich, München
08.11. Bumann & Sohn, Köln

YouTube video

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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