Kritik

Veröffentlicht am 21.09.2021 | von Patrick Freitag

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SCHACHNOVELLE – Filmkritik & Verlosung


Foto-© STUDIOCANAL

In diesem Spiel geht es darum, dass Ego des Gegners klein zu kriegen.

(Franz-Josef Böhm – Schachnovelle)

Josef Bartok (Oliver Masucci) lebt in Wien und ist ein Mann von Welt und Bildung. Bis zuletzt glaubt er nicht, dass Nazi-Deutschland in Österreich einfallen wird und genießt seine Zeit mit den Feiern der Elite Österreichs, sowie dem Lesen von Philosophie und Theater. Als die Nazis in Österreich landen, suchen sie auch gleich nach ihm. Denn Bartok ist Notar und verwaltet einige Konten, auf deren Inhalt es die Nazis abgesehen haben. Da er es zuvor aber geschafft hatte, alle entsprechenden Unterlagen zu vernichten, versucht Gestapo-Kommandant Franz-Josef Böhm (Albrecht Schuch), die Codes der Bankkonten aus Bartoks Kopf zu bekommen. Völlig in Isolation gelingt es Bartok schließlich ein Buch über Schach zu ergattern und versucht mit diesem dem Wahnsinn zu entkommen.

Schachnovelle basiert auf dem gleichnamigen Buch von Stefan Zweig und ist eines der bekanntesten Bücher der deutschen Literatur. Dabei orientiert sich der Film zwar an der Handlung des Romans, schafft sich jedoch eine eigene Interpretation des Werkes und diese funktioniert auch sehr gut, da neue spannende Ideen und mögliche Interpretationen mit eingebracht wurden. Filmtechnisch braucht sich der Film dabei nicht vor internationalen Produktionen zu verstecken. Die Sets des Films sind authentisch und beeindruckend, sei es die Darstellung Wiens in den 40ern oder das Innere eines Schiffes. Dabei verwendet der Film grundsätzlich sehr düstere Farben, was gut zu der Stimmung der Zeit, aber auch des Filmes passt.

Der Fokus von Schachnovelle liegt auf der Figur des Bartok. Dieser wird von Oliver Masucci verkörpert, der den Film absolut trägt. Seine Darstellung sowohl als Mitglied der österreichischen High Society, sowie als Mann nahe am Abgrund seiner geistigen Fähigkeiten wirkt durchgehend überzeugend. Zu Gute kommt ihm dabei auch die Kameraarbeit, da diese oft sehr nah an das Gesicht Bartoks heran filmt und dabei seine ganzen Emotionen greifbar einfängt. Dadurch wird dem Zuschauer jede Änderung seines Geisteszustandes und die stärker werdende Verzweiflung alleine durch die Darstellung von Masucci bewusst. Auch Albrecht Schuch überzeugt in seiner Rolle als charismatischer Gestapo-Kommandant. Leider sieht man seine Figur etwas zu selten, man hätte gerne mehr von seinem Schauspiel, wie auch von der Figur selbst gesehen. Hier zeigt sich auch eine der Schwächen des Films. Es gibt einige gute Ansätze, die man gerne tiefer verfolgt gesehen hätte, die aber leider in der Geschichte verfallen. Gleichzeitig machen sich an einigen Stellen des Filmes die 112 Minuten bemerkbar und lassen ihn etwas lang anfühlen.

Schachnovelle ist ein gute Buchverfilmung, die in der Inszenierung überzeugt, aber inhaltlich leider einige Schwächen hat. Trotzdem schafft der Film neue Ansätze der Geschichte und lässt Raum für eigene Interpretationen. Wer starkes Schauspiel und eine gute Inszenierung schätzt, wird sich mit dem Film wohl fühlen.

Schachnovelle (D 2021)
Regie: Philipp Stölzl
Besetzung: Oliver Masucci, Albrecht Schuch, Birgit Minichmayr, Andreas Lust, Rolf Lassgård, Samuel Finzi
Kinostart: 23. September 2021, STUDIOCANAL

In Kooperation mit STUDIOCANAL verlosen wir zum dieswöchigen Kinostart von Schachnovelle zwei Fanpakete zum Film mit jeweils 2 Freikarten zum Film und einem Exemplar der Buchvorlage! Ihr wollt gewinnen? Dann schreibt uns bis zum 28. September eine Mail mit dem Betreff „Schachnovelle“ und eurer Adresse an gewinnen@bedroomdisco.de und mit etwas Glück habt ihr vielleicht schon bald Post von uns in eurem Briefkasten!

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