PREDATOR: BADLANDS – Filmkritik


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I am Prey to none.

(Dek – Predator: Badlands)

Ein ausgestoßener Predator (Dek gespielt von dem Stuntman Dimitrius Schuster-Kolomatangi) und ein zurückgelassener Android (Thia gespielt von Elle Fanning) müssen zusammenarbeiten, um auf einem Planeten, auf dem alles aber auch alles sie umbringen will, zu überleben und die ultimative Beute zu erlegen.

Der Plot klingt wie etwas, das sich kleine Jungs auf dem Schulhof ausdenken, während sie ihre Action-Figuren auspacken und in den ersten 15 Minuten können weder die Dune Ästhetik noch der hämmernde Soundtrack, den der Prämisse fehlenden Anspruch kaschieren. Aber Regisseur Dan Trachtenberg hatte schon mit dem Vorgänger, dem Überraschungserfolg Prey im Jahr 2022 bewiesen, dass er auch mit einem minimalistischen Ansatz einen absolut würdigen Predator Film abliefern kann. Ehrlicherweise haben auch die besten Filme der Serie nicht gerade überbordende Tiefe, Charakterentwicklung oder gar Lore mitgebracht. Auch eine weitere Herausforderung bringt Trachtenberg wieder mit, es wird wenig gesprochen und zunächst auch noch primär in der nativen Sprache der Predatoren, die hierfür wesentlich erweitert und von Dimitrius erlernt werden durfte. Richtig gesprächig wird es jedoch, wenn er auf die Androidin Thia trifft.

Euch war wahrscheinlich nicht bewusst, dass ihr eine Predator-Action-Buddy-Comedy mit einem grummeligen Teenager Predator und der oberen Hälfte einer überraschend fröhlich, optimistischen Weyland-Yutani Androidin in eurem Leben braucht, aber genau das bekommt ihr hier und ja, genau das überzeugt wesentlich mehr als es sollte. Ja ihr habt richtig gelesen, Trachtenberg gibt sich nicht dem riskanten Twist hin, einen der bisher sehr wortkargen Predatoren reden zu lassen und ihn zum Antihelden zu machen; nein, wir haben auch noch ein Exemplar, das „die Jagd“ erst noch lernen muss. Obgleich der Mythos dadurch weiter entzaubert wird, als es manchem Fan lieb sein wird, ist die Geschichte und sind die Figuren überzeugend genug geschrieben, so dass man darüber hinwegsehen sollte. Individualismus beiseite, beißt sich alles, was wir hier über die Predatoren erfahren in keiner Weise mit dem, was die anderen Filme erzählten, nicht nur von den harten Fakten (von denen wir ja fast keine hatten), sondern auch vom Stil und Gefühl her. Vielmehr wird vieles, was bisher nur in Comics, Videospielen und Fan-wikis dokumentiert war, erstmals auf die große Leinwand gebracht. Angefangen von der Rasse der Predatoren, den Yautja, über ihre Sprache, Kultur und so weiter. Weit mehr jedoch wird über Thia und ihre Beziehung zu der Weyland-Yutani Corporation das Alien-Universum miteingebunden, wohlgemerkt das Universum, nicht die Xenomorphs selbst.

Was ob des Testosteron-Helden ein wenig wie ein Fast and Furious Film beginnt, wird zusehends ein Sci-Fi Mad Max-Abenteuer im Alien / Predator-Universum. Wobei es das noch nicht ganz trifft, denn in sehr vielen Szenen fühlen sich die Welt und die Figuren eher wie auf Celluloid gebannte Heavy Metall Cover an. Wenn der muskulöse Yautja mit seinem Schwert Monster spaltet, im Hintergrund ein Gewitter aufzieht und er immer und immer wieder direkt in die Kamera schreit. Ein wenig störend bleibt dabei eigentlich nur der hohe Einsatz an CGI, wobei dieses größtenteils optisch überzeugt. Vor allem Dek und die anderen Predatoren des Films überzeugen mit Details und dynamischer Bewegung, die man so noch nicht gesehen hat. Hier kam dann auch eine Kombination aus Kostüm und dezenten CGI-Erweiterung von eben diesem zum Einsatz. Was Fans vielleicht ein wenig vermissen werden, ist die Härte mancher früherer Serienteile. Nicht, dass es nicht ordentlich brutal zugeht, aber die Opfer sind eben größtenteils exotische Aliens und Androiden. Auch ist die Tonalität generell etwas lockerer und ihr werdet mehr als einmal auflachen müssen, Action-Buddy-Comedy eben. Mindestens eine emotionale Szene hat Trachtenberg dann sogar auch noch untergebracht, ebenfalls ein Stück weit ein Unikum im Predator-Universum.

Sicher nicht der Predator Film, den man erwartet, aber die ursprüngliche Formel wurde schon in Predator (1987) perfektioniert, in Predator 2 (1990) in die Großstadt, in Predators (2010) auf einen anderen Planeten und von Trachtenberg selbst mit Prey (2022) in die Vergangenheit versetzt. Da ist es sicher nicht verkehrt, die Flucht nach vorne mit einem gänzlich anderen Szenario anzutreten. Obgleich hier wirklich alle Elemente der Serie auf Links gedreht werden, fühlt sich das nach einem etwas zähen Start einfach sehr gut an. Die Action knallt, die Gags sitzen und entgegen jeglichen Erwartungen werdet ihr am Ende Dek und die anderen Figuren, wie auch Predator: Badlands in euer Herz schließen.

Predator: Badlands (USA 2025)
Regie: Dan Trachtenberg
Darsteller: Elle Fanning, Dimitrius Schuster-Kolomatangi
Kinostart: 06. November 2025, 20th Century Fox

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Malte Triesch

Malte wuchs im idyllischen Lilienthal, direkt an der Grenze zu Bremen, der schönsten Stadt im Norden Deutschlands, auf. Seine frühesten Film-Erinnerungen ist, auf dem Schulhof in der neusten TV Movie alles anzustreichen was gesehen und aufgenommen werden muss. Da die Auswahl an Horrorfilmen hier doch recht be- oder zumindest stark geschnitten war entdeckte er Videotheken für sich bzw. seine Mutter, da man diese ja erst ab 18 betreten durfte. Wenn er nicht gerade Filmreviews schreibt ist er wahrscheinlich im (Heim-)Kino oder vor dem Mikrophon für den OV Sneak Podcasts, SneakyMonday.

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