28 YEARS LATER: THE BONE TEMPLE – Filmkritik


Foto-© Plaion Pictures

Now, a leap into the unknown.

(Dr. Kelson – 28 Years Later: The Bone Temple)

The Bone Temple setzt genau da an, wo 28 Years Later ziemlich genau 28 Wochen zuvor im Kino aufgehört hatte. In dieser absurden letzten Szene, mit den in verschieden farbigen Trainingsanzügen gelkleideten Irren, die vergnügt die Infizierten in ihre Einzelteile zerlegt hatten und Spike (Alfie Williams) scheinbar gerettet hatten. Die Irren, stellen sich später als „Die Jimmys“ vor, angeführt von Sir Jimmy Crystal (Jack O’Connell). Nach seiner vermeintlichen Rettung wird Spike von eben diesem seiner Aufnahmeprüfung in die Gruppe unterzogen, er muss einen Jimmy zum Duell auf Leben und Tod herausfordern, denn Sir Jimmy, kann eben nur bedingt viele helfende Hände haben. Dies ist die eine Hälfte der Geschichte. Komplementiert wird sie von Dr. Kelson (Ralph Fiennes), dessen Interaktion mit dem infizierten Alpha Samson (Chi Lewis-Parry) überraschende Ergebnisse hervorbringen.

Während also Spike die tiefsten, grausamsten Abgründe dessen, wozu Menschen fähig sind, kennenlernen muss, entdeckt Dr. Kelson ausgerechnet bei den Infizierten etwas völlig Unerwartetes: „Menschlichkeit“. Die meisten Zombiefilme kommen irgendwann zu der Erkenntnis, dass Menschen, die waren Monster sind, aber The Bone Temple geht hier einen Schritt weiter, eine Stufe tiefer. Wie schon die beiden vorherigen Teile der Saga schafft man hier erneut, dem völlig totgeglaubten Genre wieder neues Leben einzuhauchen. Neben diesem fantastischen Skript, das erneut Alex Garland abgeliefert hat, liegt das auch an der fantastischen Performance des erwähnten zentralen Trios, das unterschiedlicher kaum sein könnte. Alfie Williams, eine brillante, überraschende Entdeckung, ein junger Schauspieler, von dem wir noch viel hören werden. Am anderen Ende seiner Karriere, Ralph Fiennes, erfahrener Charakter- und Theater-Darsteller, der hier erneut zeigt, zu was für einer unglaublich vielschichtigen, einfühlsamen Performance er fähig ist. Und dann, zu guter Letzt, Chi Lewis-Parry, der größtenteils nackt und nur grunzend und schreiend darstellen darf und es dennoch schafft Samson echten Charakter einzuhauchen. Ihnen gegenüber steht dann primär Jack O’Connell, der es dennoch glücklicherweise schaffen wird jedem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren zu lassen oder besser vor Wut zum Kochen zu bringen. Denn auch wenn Bone Temple nach der Schlusszene des Vorgängers ansetzt, ist der Kern die Erklärung der Eröffnungsszene von diesem. Regisseurin Nia DaCosta inszeniert das Ganze weniger experimentell als zuletzt Danny Boyle und schafft es dabei trotz der immer etwas zähen dualen Struktur, dass die knapp zwei Stunden wie im Flug vergehen. So sehr, dass man nach dem fulminanten Finale etwas erschrocken und fast enttäuscht ist, dass der Film schon zu Ende geht.

Unabhängig davon ist Bone Temple ein befriedigender Abschluss der 28 Years Saga, sollte es ob des geringen Erfolgs an den Kinokassen nicht zu einem dritten Teil kommen. Was jedoch nicht heißt, dass alles erzählt ist. Ganz im Gegenteil, wird ein Kapitel eröffnet, das sicher alle Fans der Serie auserzählt haben wollen. Bleibt zu hoffen, dass wir nicht noch einmal 28 Jahre darauf warten müssen.

28 Years Later: The Bone Temple (US CA 2025)
Regie: Nia DaCosta
Darsteller: Jack O’Connell, Alfie Williams, Connor Newall, Erin Kellyman, Maura Bird, Ghazi Al Ruffai, Robert, Emma Laird, Sam Locke, Chi Lewis-Parry, Ralph Fiennes
Heimkino Release: 30. April 2026, Plaion Pictures

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Malte Triesch

Malte wuchs im idyllischen Lilienthal, direkt an der Grenze zu Bremen, der schönsten Stadt im Norden Deutschlands, auf. Seine frühesten Film-Erinnerungen ist, auf dem Schulhof in der neusten TV Movie alles anzustreichen was gesehen und aufgenommen werden muss. Da die Auswahl an Horrorfilmen hier doch recht be- oder zumindest stark geschnitten war entdeckte er Videotheken für sich bzw. seine Mutter, da man diese ja erst ab 18 betreten durfte. Wenn er nicht gerade Filmreviews schreibt ist er wahrscheinlich im (Heim-)Kino oder vor dem Mikrophon für den OV Sneak Podcasts, SneakyMonday.

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