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Veröffentlicht am 19.11.2009 | von Dominik

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THE TRACEY FRAGMENTS (Tracey Fragments) – Filmkritik

 

„Ich habe keine Angst mehr zu sterben,
weil die berühmten Käfer, Vögel und Bienen,
die sterben auch nach dem Ficken“

(Tracey Berkowitz – Tracey Fragments)

Einer der ersten Sätze von Tracey Berkowitz ist: „Mein Name ist Tracey Berkowitz, 15, ein ganz normales Mädchen, das sich selbst hasst!“. Nach 80 Minuten Film, hofft man nur, dass sie keine ganz normale 15-jährige ist und man kann sich ganz sicher sein, dass „Tracey Fragments“ kein ganz normaler Film ist. Wobei man beides eigentlich auch schon nach 2 Minuten weiß.

Worum geht es: Tracey ist eine Teenagerin und ihr Leben stinkt ihr gewaltig: In der Schule wird sie nur gehänselt, ihre Eltern erscheinen ihr homosexuelle Verrückte zu sein und der neue coole Mitschüler interessiert sich nicht für sie. In ihrer Traumwelt steht die Außenseiterin im Mittelpunkt, ist Rockstar und ist begehrt. Als jedoch ihr kleiner Bruder verschwindet, setzt sie alles daran ihn wieder zu finden – es soll keine schöne Reise werden. Traumwelt vs. Psychose?

Auch der Film selbst ist nicht unbedingt eine schöne Reise – was nicht heißt, dass es sich hier um einen schlechten Film handelt – ganz im Gegenteil. Er bricht nur hart mit allen Sehgewohntheiten und wirkt dadurch sowohl abschreckend als auch faszinierend. Selten gibt es Momente in denen nur ein Bild auf dem Bildschirm zu sehen ist – jede Szene ist eine Art Bilderpuzzle, wobei jedes Bild einen anderen Blickwinkel oder eine andere Zeitebene der Szene zeigt. collagenhaft und viel mehr Komposition als Film setzten sich die Bilder nach und nach zusammen, bewegen sich, werden kleiner oder zerteilen sich, um letztlich immer mehr von der Geschichte und dem Seelenleben Traceys zu verraten.

Die Charaktäre sind alle überzeichnet, was damit zu tun hat, dass man alle aus Traceys Blickwinkel kennenlernt und sich ihre ganze Welt nah an einer Katastrophe bewegt. Schauspielerisch zeigt Ellen Page („Juno“, „Hard Candy“ ) in der kanadischen Produktion von 2007 wieder einmal ihr enormes Potential und trägt den Film alleine durch ihre Anwesenheit. Wobei die eigentlichen Stars des Films die Cutter sind – kein Wunder bei 14 Drehtagen und fast neun Monaten Arbeit am Schnitt in der Postproduktion. Die kanadische Indie-Gruppe Broken Social Scene steuerten übrigens den Score bei. Wer offen ist für filmische Experimente kann hier ein außergewöhnlichen Indie-Film entdecken.

4von55

The Tracey Fragments (2007), Kanada
Regie: Bruce McDonald
Darsteller: Ellen Page, Libby Adams, Stephen Amell
DVD-VÖ: 5. Juni 2009, Koch Media GmbH – DVD

httpvh://www.youtube.com/watch?v=b-TbdIKhvn4

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