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Veröffentlicht am 16.01.2010 | von Dominik

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BIN-JIP – Filmkritik

„Wir sind heute verreist – wenn sie uns erreichen wollen, rufen sie uns morgen wieder an!“

(Anrufbeantworter – Bin-Jip)

Tae-suk hat ein geregeltes Leben: Am Tag klebt er Werbung für einen Essens-Lieferservice an die Türklinken verschiedener Häuser und abends bricht er in die Häuser ein, die offensichtlich leer stehen, da die Werbung nicht entfernt wurde. Jedoch ist er kein gewöhnlicher Einbrecher: Es geht ihm nicht um die Beute und das Diebesgut – er kocht, duscht, wäscht die Wäsche der Bewohner und repariert kaputte Gegenstände, als ob er wirklich in den Häusern wohnen würde. Sobald die eigentlichen Eigentümer zurückkehren, verschwindet er wie ein Geist aus deren Leben. Aus diesem Schattendasein bricht er erst aus als er in einer luxuriösen Villa auf das unglücklich verheiratete Model Sun-hwa trifft, die er vor ihrem gewalttätigen Mann rettet.

Bin-Jip“ ist  der Nachfolger des hoch gelobten „Frühling, Sommer, Herbst, Winter…und Frühling„, mit dem Regisseur Kim Ki-Duk erstmals vermehrt auch außerhalb von Süd-Korea auf sich aufmerksam machte. Und auch die Geschichte um den freundlichen Einbrecher Tae-suk konnte sich wieder über durchgehend positive Kritiken freuen. Was auch nicht wundert: Mit Bedacht wählt der Regisseur seine Bilder, lässt seine Protagonisten schweigend durch die Geschichte führen, während sich ihre Mitmenschen nur durch Gewalt oder Streitereien kommunizieren können. Damit ist „Bin-Jip“ einerseits ein poetischer Liebesfilm, der vielleicht am besten mit der schottischen Volksweisheit, „die am meisten lieben, sprechen am wenigsten“, zusammengefasst werden kann. Andererseits hält der Film der Gesellschaft, die immer mehr zu aggressiven Verhalten neigt, einen Spiegel vor. So oder so ein interessanter Film, der aber aufgrund der langsamen Erzählhaltung sicher nicht jedermanns Sache ist.

Bin-jip (Süd-Korea 2004)
Regie: Kim Ki-duk
Darsteller: Lee Seung-yeon, Lee Hyun-kyoon, Kwon Hyuk-ho, Ju Jin-mo, Choi Jeong-ho
DVD-VÖ: 23. November 2007, Pandora Film/Alive

httpvh://www.youtube.com/watch?v=89bR8jNew1o

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Über den Autor

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