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Veröffentlicht am 28.02.2010 | von Dominik

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THE BOX – Filmkritik

„Somebody pushing your buttons?“

(Sarah – The Box)

Nichts Gutes passiert morgens um 5:45 Uhr. Doch genau um diese Uhrzeit klingelt es an der Tür  der jungen Familie Lewis. Als Norma Lewis öffnet, steht vor der Tür nur noch eine hölzerne Box mit einer Nachricht, dass sie um 17 Uhr Besuch von Mr. Steward bekommen würden. Die Box selbst ist verschlossen und beinhaltet einen Auslöser. Die Familie weiß nichts damit anzufangen und geht ihren normalen Beschäftigungen nach.

17:00 – wieder klingelt es an der Tür der Familie und wie angekündigt steht Mr. Steward vor der Tür. Dessen Erscheinungsbild wirkt bedrohlich, hat er doch fast seine ganze linke Wange aufgrund von Verbrennungen verloren. Norma lässt den höflichen Herrn trotzdem ins Haus um mehr über die mysteriöse Box zu erfahren. Mr. Stewards Arbeitgeber bietet der Familie ein Geschäft an: Wenn die Familie den Auslöser innerhalb der nächsten 24 Stunden betätigt, erhalten sie 1.000.000$ cash auf die Hand. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass gleichzeitig irgendwo auf der Welt eine ihnen unbekannte Person stirbt.

24 Stunden haben Norma und ihr Mann Arthur also Zeit um sich über diesen moralischen Zwist zu entscheiden. Gebrauchen könnten sie das Geld allemal – Norma hat in ihrer Jugend vier Zehen verloren und wünscht sich nichts sehnlicher als eine Operation. Jedoch wird ihr Lehrerinnengehalt gebraucht, da es keine Ermäßigungen mehr für das Studium ihres Sohnes gibt und Arthur gerade erst einen Absage bezüglich einer Beförderung bei der NASA, wo er arbeitet, bekommen hat.

Was tun? Sein eigenes Wohl über das eines Fremden stellen oder doch das moralisch Richtige tun? Und wer sind eigentlich Mr. Steward und seine Arbeitgeber?

Regisseur und Drehbuchautor Richard Kelly schaffte mit seinem Debütfilm „Donnie Darko“ was viele nicht in ihrer ganzen Filmlaufbahn schaffen: Einen Kultfilm. 9000$ und viel Ansehen brachte ihm der Film ein. Sein nächstes Projekt „Southland Tales“ konnte danach jedoch die Erwartungen nicht halten und wirkte wie ein seelenloser Bilder-Overflow. Und auch bei „The Box“ ließen die ersten Kritiken die Erwartungshaltung sinken. Doch schon nach wenigen Minuten sind alle Bedenken verflogen – der Film ist lebendig und fesselnd, bleibt dabei undurchsichtig, um den Zuschauer immer wieder zu packen.

Und genauso wie bei „Donnie Darko“ braucht es sicherlich mehrere Filmdurchläufe um das vollständige Werk zu verstehen (was bei Donnie Darko Vielen selbst nach 100 Sichtungen nicht gelingen will). Kelly hat es mal wieder geschafft und einen intelligenten Thriller geschaffen, der sich einerseits bei vielen Klassikern des Thriller/Horror-Genres bedient, aber andererseits eine gehörige Portion Mystery hinzugefügt – was dem Film sehr gut tut. Hinzukommt der grandiose Soundtrack an dem niemand geringeres als Win Butler, Régine Chassagne (beide Arcade Fire) und Owen Pallett (ehemals Final Fantasy) gearbeitet haben. Ihre Musik lässt dem Zuschauer keine entspannte Minute, erwartet man doch schon allein durch sie an der nächsten Ecke die nächste Bedrohung.

Die Blu-ray des Films ist schwer zu bewerten. Da der Film 1976 spielt entschieden sich die Macher für den ausgiebigen Gebrauch von Weichzeichnern, was natürlich zu Lasten der Bildschärfe geht und zu teilweise unnatürlichen Farben führt. Da es sich aber um eine stilistische Entscheidung handelt, kann man das der Disk aber auch nicht vorwerfen. Dafür überzeugt die Tonspur umso mehr und verdient sich Bestnoten – wie der Film.

The Box (USA 2009)
Regie: Richard Kelly
Darsteller: Cameron Diaz, James Marsden, Frank Langella, Sam Oz Stone, Bill Thorpe
Blu-ray-VÖ: 18. Februar 2010, Highlight

httpvh://www.youtube.com/watch?v=SC8HoY0CuL0

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Über den Autor

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