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Veröffentlicht am 22.02.2010 | von Dominik

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TWO LOVERS – Filmkritik

„Sind Sie kaputt?“

(Michael Cohen – Two Lovers)

Leonard Kraditor (Joaquin Phoenix) geht es nicht gut. Nach der Trennung von seiner langjährigen Freundin und Verlobten versuchte er mehrere Male sich das Leben zu nehmen – scheitert aber immer. Letztlich kehrt er in die Wohnung und die Firma seiner Eltern zurück, um einen Weg ins Leben zurückzufinden. Was ihm anfänglich nicht gelingen will, scheint durch die Bekanntschaft zweier Damen dann doch schneller als erwartet zu klappen. Doch wie es immer so ist: Die, die ihn will, will er nicht und die, die er will, will ihn nicht. So versucht er einerseits die hübsche Michelle (Gwyneth Paltrow), der wirklich seine Liebe gehört, herum zu bekommen und fällt andererseits immer auf Sandra (Vinessa Shaw) zurück wenn er von ihr abgewiesen wird.

Liebeswirrwarr überall. Verlangen, Lust und Begierde, die Regisseur und Drehbuchautor James Gray angeblich aufgrund der Inspiration durch Dostojewskis Novelle „Weiße Nächte“ eingebaut haben soll, sind da – aber Liebe? Zu kindisch und infantil wirken die Handlungen, Charaktere und deren Gespräche, um ihnen wirkliche Liebe zuzutrauen. Ob die Aussage des Film lautet, dass man sich kindisch verhält wenn man verliebt ist oder wenn man auf andere angewiesen ist, kann man an dieser Stelle schwer beantworten.

Insgesamt wundert man sich nach dem Film, warum die Rollen mit Schauspielern dieser Altersklasse besetzt wurden – böse Zungen mögen vielleicht behaupten, dass dies geschah damit Gray wieder mit seinem Lieblingsschauspieler Joaquin Phoenix arbeiten konnte. Dieser kann als breakdancender Lover dann auch nur scheitern – der selbe Schauspieler, der noch in „Walk The Line“ durch sein authentisches Spiel Johnny Cash ein Denkmal setzte. Gwyneth Paltrow wird zumindest schauspielerisch von ihrer Filmkonkurrentin Vinessa Shaw ausgestochen – was aber vielleicht auch daran liegen könnte, dass sie den einzigen wirklich nachvollziehbaren bzw. sympathischen und beständigen Charaktere der ménage à trois spielt.

Neben ihr können noch die atmosphärischen Einstellungen (hauptsächlich während der Anfangsszene) überzeugen. Dennoch ist das insgesamt zu wenig – gerade wenn man bedenkt was für ein Schauspieler-Potential dem Regisseur bei „Two Lovers“ zur Verfügung stand: Neben Joaquin Phoenix und Gwyneth Paltrow stand auch noch Isabella Rossellini vor der Kamera. Letztlich ist es wieder mal zu wenig was Gray aus dem Stoff und seinen Akteuren herausholt. Schade, gerade da der Film nach aktuellem Stand Phoenix‘ letzte Schauspielarbeit gewesen sein soll.

Two Lovers (USA 2008)
Regie: James Gray
Darsteller: Joaquin Phoenix, Gwyneth Paltrow, Vinessa Shaw, Isabella Rossellini, Moni Monoshov
DVD-VÖ: 19. März 2010, Senator

httpvh://www.youtube.com/watch?v=YWuQtfS0B6E

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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