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Veröffentlicht am 22.05.2010 | von Dominik

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DAS VATERSPIEL – Filmkritik

„Keiner mag seinen Vater“

(Ratz – Das Vaterspiel)

Ich bin verwirrt, habe ich mir doch gerade den Film „Das Vaterspiel“ angeschaut. Da ist ein Mann, irgendwie hin- und her-gerissen zwischen Problemen mit seinem Vater und einer mehr als geschwisterlichen Liebe zu seiner Schwester, der nach New York geht um einer Schulfreundin zu helfen. Dort angekommen, geht es aber nicht um sie sondern um ihren Vater, dem er helfen soll – und das obwohl sie ihn selbst aufgrund seiner Nazi-Vergangenheit verachtet. Trotzdem bleibt der Mann, der auf den Namen Ratz hört. Gleichzeitig versucht er sein Computerspiel an den Mann zu bringen – der Inhalt: Man kann seinen Vater umbringen. Aha.

Ein Film, der mit viel Vorschuss-Lorbeeren und auch so einem kleinen „empfohlen von Intro“-Sticker daher kommt, aber schon nach 10 Minuten für Tiefschlaf und betretene Mienen sorgt. Es wird viel mit dem Auto gefahren – zumeist bei Schnee und Eis mit 5-10 km/h – und so fühlt sich dann auch der ganze Film an: Wie die Reise durch eine öde Landschaft im Schneckentempo. Dass der sowieso schon überproportional problembeladene Hauptcharakter dann auch noch mit einem Nazi-Übeltäter zu tun bekommt – vielleicht etwas zu viel des Guten, wie auch die Laufzeit von 112 Minuten. Da hilft auch kein gutes Schauspieler-Ensemble (Ulrich Tukur, Christian Tramitz und Sabine Timoteo). Hier wurden einfach zu viel Nebenkriegsschauplätze eröffnet, die dann jedoch alle vor sich dahinplätschern und irgendwie gar nicht unterhalten oder gar mitreisen wollen. Ich weiß – Unterhaltung und Klarheit ist kein Muss beim Filmemachen – aber vielleicht hätte es diesem Film gut getan es zu versuchen. So versucht er zu beunruhigen und beschäftigen – was ihm zumindest bei mir nicht gelang, ich habe ihn schon fast wieder vergessen…Außer, dass ich mich immer noch frage, was mir dieser Film sagen wollte und warum alle so tolle Namen wie Ratz und Mimi haben…oder heißen so wirklich irgendwo Menschen?

Das Vaterspiel (A 2009)
Regie: Michael Glawogger
Darsteller: Helmut Köpping, Sabine Timoteo, Ulrich Tukur, Christian Tramitz
DVD-VÖ: 30. April, Alamode Film/Alive

httpvh://www.youtube.com/watch?v=HQScsY16V3g

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Über den Autor

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