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Veröffentlicht am 11.11.2010 | von David

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VINCENT WILL MEER – Filmkritik

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„Ich hab nen Clown im Kopf, der mir ständig zwischen die Synapsen scheißt.“
(Vincent – Vincent will meer)

In wem brodelt es nicht manchmal und man möchte einfach so alle möglichen Unanständigkeiten in die Welt hinaus schreien? Zum Glück können die meisten es doch irgendwie unterdrücken… zumindest manchmal.
Nicht so Vincent. Denn der junge Mann, gespielt von Florian David Fitz, leidet am Tourette-Syndrom. Nach dem tragischen Tod seiner Mutter wird Vincent von seinem Vater in eine Spezialklinik abgeschoben. Dort lernt er neben seinem Zimmergenossen, dem zwangsneurotischen Alex, auch die magersüchtige Marie (Karoline Herfurth) kennen. Doch schnell hat Vincent das Klinikleben satt. Er will den letzten Wunsch seiner Mutter, noch einmal das Meer zu sehen, erfüllen. Kurzerhand klaut er deshalb mit Marie den alten Saab von Frau Dr. Rose, und macht sich mit Marie, Alex und einer Bonbondose, gefüllt mit der Asche seiner Mutter, auf nach Italien. Doch, zusammen mit Dr. Rose, ist Vincents Vater den Ausreißern bald dicht auf den Versen.

Üppig mit Popmusik untermalt, hält der nun folgende Roadtrip durch die Alpen für alle Protagonisten allerlei Ereignsisse und Veränderungen bereit. Neben Freundschaft, Liebe und Vergangenheitsbewältigung, beschäftigt sich „Vincent will meer“ vor allem auch mit den psychischen Problemen der drei Heimbewohner. Dieser ernsthafte Unterton verleiht der Komödie einen gewisse Tiefe, die manchmal vielleicht etwas aufgesetzt wirkt, aber durchaus zu konfrontieren weiß.

Florian David Fitz, der hier nicht nur die Rolle des Vincent übernahm, sondern sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, liefert dabei zusammen mit seinen Schauspieler-Kollegen eine durchaus überzeugende Leistung irgendwo zwischen sympathisch komödiantischem Klischee und ernsthafter Charakterzeichnung. Und während am Ende der Radiohit des vergangenen Sommers „Hey Soul Sister“ durch das Wohnzimmer trällert und einen mit einer gewissen unbefriedigten Befriedigung zurücklässt, hat „Vincent will meer“ es immerhin geschafft, sich etwas vom üblichen deutschen Komödienklamauk abzusetzen.

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Vincent will meer (Deutschland 2010)
Regisseur(e): Ralf Huettner
Darsteller: Florian David Fitz, Karoline Herfurth, Johannes Allmayer, Heino Ferch, Katharina Müller-Elmau
DVD/Blu-Ray-VÖ: 4. November 2010, Highlight
FSK: Freigegeben ab 6 Jahre

httpvhd://www.youtube.com/watch?v=tiq2O29Igic

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