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Veröffentlicht am 22.02.2011 | von Dominik

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MR. NOBODY – Filmkritik

Es gibt kein Zurück. Deshalb ist es so schwer sich zu entscheiden, man muss die richtige Wahl treffen. Solange man sich nicht entscheidet bleiben alle Möglichkeiten offen…

(Nemo – Mr. Nobody)

Häufig steht man entscheidungstechnisch vor einer Gabelung in seinem Leben und muss sich für einen Weg entscheiden. Eine Wahl zu treffen fällt selten leicht, bringt jede Entscheidung doch häufig auch weitreichende Konsequenzen mit sich – egal ob es sich um berufliche oder private Entscheidungen handelt. Wenn man nur schon vorher wüsste, welche die richtige Entscheidung ist… und genau hier setzt „Mr. Nobody“ von Regisseur Jaco van Dormael an.

Nemo ist ungefähr neuen Jahre alt als er zum ersten Mal an eine entscheidende Gabelung in seinem Leben kommt. Seine Mutter (Natasha Little) trennt sich von seinem Vater (Rhys Ifans) und er ist hin- und hergerissen, ob er bei seinem Vater bleiben oder doch mit seiner Mutter in den Zug gen ungewisse Zukunft steigen soll. Der Zug beginnt zu fahren, Nemo fängt an zu rennen, er verliert einen Schuh und der Zug entfernt sich mitsamt seiner Mutter…Nemo fängt an zu rennen, er springt auf den Zug auf und hinterlässt seinen einsamen Vater – zwei Möglichkeiten, ein Leben – wenn es nach Mr. Nobody (Jared Leto) geht. Er ist der letzte sterbliche Mensch im Jahr 2092 und das wohl auch nicht mehr lange, zählt er doch mittlerweile schon 118 Jahre. Er ist davon überzeugt beide Leben gelebt zu haben…und noch mehr! Immer wenn er sich entscheiden musste, spaltete sich sein Leben. So liebte er drei Frauen und lebte viele Leben…oder?

Der belgische Film „Mr. Nobody“ sprüht nur so vor Ideen und Kreativität, wobei nicht ausbleibt, dass man die ersten Minuten erstmal gar nichts versteht. Die Bilderflut und die Geschichte ordnet sich erst nach und nach zu einem kompletten Bild – bis dahin bleibt der Film von Regisseur und Autor van Dormael ein atemraubendes Sammelsurium, dass dem Betrachter noch lange im Kopf bleibt. Dabei kann man den teuersten belgischen Film bisher (das Budget lag bei etwa 37 Millionen Euro) vielleicht als eine Mischung aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“ und „Donny Darko“ bezeichnen, gefilmt von einem Wirrkopf, wie es vielleicht ansonsten nur Michel Gondry ist. Denn süße und mystische Ideen wechseln sich während den 138 Minuten durchgängig mit visuellen Kniffen und Schrulligkeiten ab – um es kurz zu machen: Absolute Empfehlung für Fans des außergewöhnlichen Kinos!

Mr. Nobody (BE 2009)
Regie: Jaco van Dormael
Darsteller: Jared Leto, Sarah Polley, Rhys Ifans, Diane Kruger, Linh Dan Pham, Natasha Little
DVD-VÖ: 3. Februar 2011, Concorde Film

httpvh://www.youtube.com/watch?v=uwjqDllkIkA&playnext=1&list=PL27640F66A7903781

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Über den Autor

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