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Veröffentlicht am 21.05.2011 | von Julian

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ADA – Meine Zarten Pfoten

I just finished my shift
I’m a singer in a club
That’s all what I’ve been

(Ada – The Jazz Singer (Re-Imagined by Ada))

Pampa Records arbeitet hart an seinem Ruf zu Techno’s neuem Forward-Thinker Label. Mag man das Opus des Labels, das noch nichtmal seinen zweiten Geburtstag feiert, doch reinen Gewissens als verschachteltes Universum für sich bezeichnen, ist Ada mit ihrem ‚Blondie‚-Nachfolger nach sieben Jahren nun auch als Zugpferd von Areal abgesprungen und steht ab Juni in einer Reihe mit Whrume, Isolée und Koze himself.

Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger-Album – 2004 für die Masse der Techno- und House-Freunde die Erleuchtung in Sachen Dancefloor-Sentimentalität – darf man Konsequenz attestieren. Anstatt sich auf alten Funktionsparametern auszuruhen erfindet sich Michaela Dippel neu und liefert eine Platte die gar nicht so sehr nach Techno, dafür vielmehr nach unwiderstehlicher Süße eines ausgeprägten Gefühls für Popmusik und – ja wirklich – Karibik klingt. Viel mehrstimmiger Gesang, viel Klavier, eine ungeheure Leichtigkeit und Instrumentierungen die Einflüsse aus Hawaii anmuten lassen.

Es ist noch nicht einmal übertrieben gefällig, wenn auch unaufdringlich. Eher ersteinmal unbekannt, da sich im Techno-Kosmos tatsächlich nichts vergleichbares bewegt, dann poppig warm, später etwas technoider und am Ende nochmal wie zu Beginn. Eine homogene Mischung aus Layback-Gefühl und vergleichsweise songorientierten Arrangements, gekrönt von einem großartigen ‚The Jazz Singer (Re-Invented by Ada)‚ aus abgehackten Piano-Chords, Streicherensembles, 8-Bit-Ästhetik und Gesangs-Layern. Track 5 heißt bezeichnend ‚Intro‚, schichtet Synthieflächen und eröffnet tatsächlich ein zweites Mal für das folgende ‚At The Gate‚”, welches die einzige Ausuferung in Sachen Härte ist. ‚Happy Birthday‚ erinnert daran warum ‚Blondie‘ so ein geniales Album ist und ein Hiddentrack, wie schön poppiger Kitsch sein kann. Den Rest mag man wohldosierte und nicht zu dick aufgetrage Soundscapes nennen.

Gewiss wird ‚Meine Zarten Pfoten‘ (gibt es eigentlich einen besseren Albumtitel?) kein zweites ‚Blondie‘, aber was hat man als Künstler schon für Optionen, wenn man sich ein Werk in Perfektion vorgelegt hat. Sich weiterentwickeln. Und das ist schon gelungen.

Ada – Meine Zarten Pfoten
VÖ: 10. Juni 2011, Pampa Records
www.myspace.com/wwwmyspacecomada
www.residentadvisor.net/dj/ada
www.pamparecords.com

httpvh://www.youtube.com/watch?v=t-_TkOYPX4I&feature=player_embedded

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