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Veröffentlicht am 14.07.2011 | von Laura

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CULTS – Cults

He tore me apart because I really loved him
He took my heart away and left me to bleed out, bleed out
He broke my heart because I really loved him
He took it all away and left me to bleed out, bleed out

(Cults – Abducted)

Dass man bei Cults zunächst durchaus versucht war, in die missgünstigen „one hit wonder“ Unkenrufe einzustimmen die allerorts laut wurden, sei aufgrund des unverhältnismäßig schnell erfolgten Aufstiegs vom Every-Bloggers-Darling zum Major-Herzensbrecher verziehen. Zu unwahrscheinlich erschien es zunächst, dass ein Hit wie ‚Go Outside‚ eben jener Song, welcher der Band bereits vorab, also nach Erscheinen der selbstveröffentlichten EP Go Outside 7“ und vor Veröffentlichung des Debut-Albums ein Signing mit Columbia Records einbrachte, ein ebenso großartiges Album nach sich ziehen könnte.

Doch Cults, vom Erwartungsdruck gänzlich unbeeindruckt, legen mit dem selbstbetitelten Erstling eine erstaunlich abgeklärte wie sommerlich frische Platte vor. Die 11 knackig-kurzen, beschwingten Popsongs, die jedem 60er-Jahre Schulball-Szenario den perfekten Soundtrack geliefert hätten, teleportieren altbekannte Melodien ins Jetzt, bereiten diese neu auf und schaffen so die Balance zwischen nostalgischer Rückschau und lieblicher Tanzmusik anno 2011. Obwohl Vergleiche mit Bands wie den Ronettes, Shangri-La´s oder der Klangvielfalt eines Phil Spectors unausweichlich scheinen, fallen die Sixties-Girlband-Reminiszenzen so unaufdringlich aus, dass der Sound der Cults stets eigenständig und überraschend bleibt.

Unangefochtenes Highlight des Albums ist das Eröffnungs-Dreigestirn aus dem bereits erwähnten ‚Go Outside‘, dem ebenfalls schon auf der EP vertretenen ‚You know what I mean‚ und dem Opener ‚Abducted‚: Hier kommen die Stärken des in New York lebenden Duos, bestehend aus Brian Oblivion und Sängerin Madeline Follin, besonders gut zur Geltung: Fröhlich-tänzelnde Melodien werden von zarten Gesangsparts, Handclapping und gelegentlich eingesetztem, aber besonders markantem Glockenspiel getragen.

Die Lyrics muten – zu wörtlich genommen – mitunter fast makaber an, schaffen so aber eine interessante zweite Ebene hinter der vordergründig verspielt-unschuldigen Melodie. Ähnlich doppelbödig gestaltet sich der Bandname selbst, der, im eigentlichen Sinne des Wortes gelesen zu kultischer Verehrung einlädt, was im Falle der Cults dringend ans Herz gelegt sei.

Cults – Cults
VÖ: 7. Juni 2011 Sbme/Columbia
cultscultscults.com/gooutside
cults.bandcamp.com/track/you-know-what-i-mean

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