Musik

Veröffentlicht am 16.10.2011 | von Julian

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M83 – Hurry Up, We’re Dreaming!

We didn’t need a story
We didn’t need a real world

(Intro – M83)

Lasst uns Superlative zählen, denn ohne kann man M83 bestimmt nicht beschreiben. Größenwahnsinniger Post-Rock-alike Electronica/Shoegaze, der mit seiner sinfornischen Art schlichtweg erhaben klingt. Überbordernd und ganz groß gemeint. Soweit also nichts neues aus der Welt von Anthony Gonzalez.

Hurry Up, We’re Dreaming!‚ ist ein Doppelalbum, das mal wieder einen schier unmenschlich metaphorischen Aufwand bedarf, um den sphärischen Gefühlsüberdruss in Worte zu fassen. Als Referenzen nennt Gonzalez auch mal kurzerhand Musikrepertoire-Imperative wie das ‚White Album‚ der Beatles, ‚Ummagumma‚ von Pink Floyd oder Smashing Pumpkins’ ‚Mellon Collie and the Infinite Sadness‚. Nunja, nach Touren mit Depeche Mode und Kings Of Leon darf man wohl nochmal ein bisschen größenwahnsinniger werden und ein Co-Produzent namens Justin Meldal-Johnsen (Beck, NIN, The Mars Volta) dämpft solche Neigungen wahrscheinlich auch nicht.

Erstaunlich ist, dass diese Vangelis-Artige Soundwand, die M83 doch so sehr definiert an manchen Stellen sogar einbricht und selbst mit Akustik-Gitarren hantiert wird (‚Wait‚). Ein ständiges Auf und Ab ohne wirklichen Spannungsbogen, deshalb aber auch irgendwie interessant, denn das Prinzip des immer noch Pompöseren (Stichwort für den Track ‚Echos Of Mine‚) hat sich innerhalb der vier letzten Alben schon ein bisschen verbraucht. Natürlich ist es an vielen Stellen trotzdem weitschweifend melancholisch mit übertriebenem Pathos (‚Intro‚) und ganz viel 80s, dennoch wird die Hymnenhaftigkeit an manchen Stellen für etwas mehr Ruhe eingetauscht. An sich ein für diesen Act sehr notwendiges Prinzip.

Bei all der gewollten Emotionalität fehlt aber leider das packende Gefühl tollen Albums, das man sich gerne am Stück anhört, bei dem man nicht genervt jeden zweiten Song skippt. Nunja, immerhin soll diesmal die Promotion so gut laufen, dass die Musikwelt auch in ihrer ganzen Breite diesen Wahnsinn mitbekommt, nicht wie beim 2008er-Vorgänger ‚Saturdays=Youth‚, der trotz diverser großartiger Tracks weitreichend unterging. Das peinliche an der Geschichte: im Promo-Wahn wird auch allerseits der wohl schrecklichste Remix der jüngeren Musikgeschichte beworben, sodass selbst Hardliner-Fans schlecht wird.

M83 – Hurry Up, We’re Dreaming!
VÖ: 14. Oktober 2011 Naïve / Indigo
www.ilovem83.com
http://soundcloud.com/m83

httpvh://www.youtube.com/watch?v=mU6TB8jet-Q&feature=player_embedded

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