Film

Veröffentlicht am 26.01.2012 | von Benjamin

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DYLAN DOG – Filmkritik

No pulse, no problem.

(Aufdruck der Visiten Karte von Dylan Dog)

Dass das Zitate-Kino Filme mit einer Ästhetik erster Güte hervorbrigen kann, wissen wir ja spätestens seit Tarantinos ‚Kill Bill‚. Das Geheimnis dieses Erfolgs liegt allerdinsg immer noch in der Einbettung von Verweise und Referenzen in einen stilistisch, wie narrativ überzeugenden Zusammenhang. Davon kann man bei der Comicadaption ‚Dylan Dog‚ leider nicht sprechen.

Die Story kann man aufgrund mangelnder Tiefe recht schnell zusammenfassen: Der Privatdetektiv Dylan Dog wird von einer hübschen Blondine um Hilfe gebeten, den Mord an ihrem Vater aufzuklären, der von einem mytheriösen Monster getötet worden ist. Eigentlich ist Dylan nicht mehr im Monstergeschäft und lehnt zuerst ab. Nachdem aber sein Assistent ebenfalls von einer ominösen Gestalt um die Ecke gebracht wird, entschließt er sich doch, den Fall anzunehmen. Dabei gerät er zwischen die Fronten von Vampiren und Werwölfen und in eine Parallelgesellschaft der Zombies, die nachts die Stadt bevölkern. Um dem ganzen Treiben ein Ende zu machen ist jedoch ein Monsterjäger in der Stadt…

Man kann schon erahnen, aus welchen Kinoerfolgen sich hier bedient wird. Angefangen bei ‚Buffy‚, über ‚Underworld‚,‘ Constantine‚ und ‚Blade‚. Manche Szenen sind direkte Anspielungen auf die Vorbilder, wie beispielsweise die Vampirgemeinde, die in Nachtclubs ihr eigenes Blut als Drogen an die Menschen verkauft und sofort Erinnerungen an ‚Blade‚ und ‚True Blood‚ aufruft. Optisch sind die Werwölfe und ihre blutsaugenden Widersacher eine Mischung aus den kultigen Vorbildern von Tarantinos ‚From Dusk Till Dawn‚, ‚Buffy‚ und der ‚Underworld‚-Reihe. Am übelsten stößt dem Liebhaber guter Comicverfilmungen und Varianten phantastischer Genres aber auf, dass der Protagonist ein schlechter Abklatsch des Untotenjägers John Constantine zu sein scheint. Laut Vorlage nämlich haben beide ein Laster: Constantine ist starker Raucher, was droht ihn umzubringen und Dog hat ein recht großes Alkoholproblem, das der Film völlig auslässt. Überhaupt vermisst man jeden interessanten Charakterzug des Protagonisten, der zu allem Überfluss auch noch von dem aalglatten Brandon Routh verkörpert wird, der bereits in ‚Superman Returns‚ den Comichelden gab. Noch übler als diese Fehlbesetzung kommt dann aber der aufgesetzte, klamaukige „Humor“ zum tragen, der den Film nur noch zu einer Persiflage dessen macht, was die Vorbilder zu bieten haben. Nicht zu vergessen der völlig deplatzierte und alles bereits Gesehene kommentierende Voice-over.

Man ist als durchaus geneigter Zuschauer und Freund des Genres ständig versucht in diesem Film ein Pastiche zu erkennen, also eine Form der Parodie, der das satirische und polemische Element fehlt, um den Vorlagen mit Anerkennung zu begegnen, allerdings verhindert das der Film in seiner Plumpheit fast vollständig. Nicht zuletzt in dem dilletantischen Versuch am Ende die Opposition von Gut und Böse umzukehren bzw. zu unterlaufen, handelt sich der Film den Stempel der Belanglosigkeit in 103 Minuten ein. Nicht mal die versuchten Horrorstilmittel haben einen Effekt auf den Puls, von dem man am Ende aus Langerweile fast selbst keinen mehr hat.

Dylan Dog (USA 2010)
Regisseur: Kevin Munroe
Darsteller: Brandon Routh, Sam Huntington, Peter Stormare
DVD-VÖ: 19. Januar 2012, Studiocanal

httpvh://www.youtube.com/watch?v=zgDpn0MRA6I

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