Musik

Veröffentlicht am 8.06.2012 | von Monya

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ZULU WINTER – Language

Oh me oh my
I’m feverish with this life
Stumbling through hoops tripping over these loops
Pushed by the pen and forced by the boot
Because we should be swimming
Going on into the night as if we were different

(Zulu Winter – We Should Be Swimming)

Zulu Winter sprechen auf ihrem Debütalbum ‚Language‚ eine Sprache, die melancholische, fast mystisch anmutende Welten erschafft und zugleich ein unbändiges Tanzfeuer in wahrer Indie-Manier entfacht. Eines von dieser Sorte, bei der man gar nicht weiß, wie man Kopf, Schultern, Knie und Arme bewegen soll, da es einschränkt, dass alles am Körper festgewachsen ist. Der gelegentliche Vergleich mit Coldplay? Nicht komplett abwegig, doch eine wahre Farce angesichts der Tatsache, dass sich hier mehr als nur das Trommelfell bewegt. Dass die Stimme des Sängers Will Daunt hin und wieder Züge von Chris Martin annimmt, spricht für den Gesang, hat jedoch rein gar nichts mit dem musikalischen Stil der fünf Engländer zu tun. Dieser klingt bei Zulu Winter nach einer frischen Brise England, einem Stück Exotik in Richtung der Friendly Fires und ganz viel Ohrwurmpotential.

Key To My Heart‚ schafft zunächst eine Klangatmosphäre à la ‚Given To The Wild‚ von den Maccabees und wandelt sich dann zu einem rhythmisch packenden, poppigen Stück Londoner Zeitgeists. Dann ‚We Should Be Swimming‚, der endgültige Befreiungsschlag. Eine Hymne auf den Sommer. Und da ist wieder dieses Fünkchen Melancholie, dass es selbst der poppigsten Nummer von Zulu Winter erlaubt, nicht nur an der Oberfläche zu kratzen. Zwischen diesen zwei Polen – Melancholie und poppiger Leichtigkeit – bewegt sich auch der Rest des Albums, ohne auch nur ansatzweise an Eingängigkeit einzubüßen. Man bewegt sich mit jedem Lied in Richtung des einen oder anderen Pols und verliert sich in der fantastisch dahin gleitenden Abfolge der elf Songs, wobei streckenweise ein Hit den anderen jagt. ‚Silver Tongue‚ kribbelt mit seiner treibenden Bassline im Bauch. ‚You Deserve Better‚ ist vor allem eines: wundervoll ergreifend, ohne kitschig zu sein. Ruhiger und doch nicht ruhig, denn das Schlagzeug ist bei Zulu Winter immer packend, ohne die Zerbrechlichkeit zu sprengen. Bei ‚Let’s Move Back To Front‚ ist sie dann wieder da, diese markante Symbiose aus Zerbrechlichkeit und poppiger Tanzbarkeit. „I would be your dragon, clinging to your ruff as if it’s love, breathing fire but it burns my tongue“ heißt es bei ‚Words That I Wield‚. Eine Art poetischer Schleier, der sich um einen legt, bis einen ‚Never Leave‚ wieder sachte auf die mit Federn ausgelegte Tanzfläche hinaus zieht. Auf der kann man sich dann beim letzen Stück ‚People That You Must Remember‚ auch gleich zum Schlummern legen. Ja, weich ist es, das Debüt von Zulu Winter. Tiefgründige Leichtigkeit und unangestrengte Poppigkeit durch und durch. Und dann war da ja noch das Tanzfieber. Einfach grandios.

Zulu Winter – Language
VÖ: 11. Mai 2012, Play It Again Sam
www.zuluwinter.com
http://zuluwinter.blogspot.com

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