Film

Veröffentlicht am 14.09.2012 | von Jan

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SHAME – Filmkritik

We’re not bad people. We just come from a bad place.

(Sissy – Shame)

In seinem zweiten Spielfilm seziert Regisseur Steve McQueen die sehr persönliche und oft schockierende sexuelle Sucht von Brandon Sullivan (Michael Fassbender). Als New Yorker Geschäftsmann, welcher kultiviert, freundlich und zuvorkommend auftritt, lebt dieser alleine in einem Apartment und hat oberflächlich gesehen ein glückliches Leben. Doch seine Sexsucht gerät außer Kontrolle und droht, ihn zu zerstören. Inmitten dieser Problematik taucht seine Schwester (Carey Mulligan) bei ihm auf und verkompliziert die Lage dramatisch.

Sex wird gemeinhin als etwas angenehmes angesehen, als Vergnügen, begründet auf Lust. Im Film wird jedoch deutlich, dass die Sucht nach Sex damit nichts gemein hat. Brandon wird im Laufe des Films als eine isolierte Person dargestellt, die soziale Kontakte einzig und allein basierend aufgrund seines sexuellen Verlangens pflegt. Er trifft sich mit Prostituierten und schreckt selbst nicht davor zurück, seine Sucht auch auf die Arbeit auszudehnen – sein Computer ist voller Pornos, ein Date mit seiner Arbeitskollegin zeigt auf, wie verzweifelt und beziehungsunfähig er ist. Die Situationen werden zunehmend beklemmender und hilfloser.

Die schauspielerische Leistungen von Michael Fassbender als auch von Carey Mulligan sind umwerfend. McQueen bezeichnet Fassbender zurecht als einen Mann, der die Schauspielerei verändert habe, da er nicht spielen, sondern fühlen würde. Besonders in ‚Shame‚ kommt dies gut zur Geltung, denn der Film lebt weniger von seinen Dialogen als vielmehr von Bildern, welche einen Sog erschaffen, dem man sich bis zum Ende nicht entziehen kann.

Fazit: ein eindringlicher Film mit großen Bildern und überragenden schauspielerischen Leistungen, welche noch ein paar Tage nach der (großartigen!) letzten Sequenz im Kopf verweilen.

Shame (USA 2011)
Regie: Steve McQueen
Darsteller: Michael Fassbender, Carey Mulligan, James Badge Dale, Hannah Ware, Nicole Beharie
DVD-VÖ: 13. September 2012, Prokino

httpvh://www.youtube.com/watch?v=iBnBeLrliyQ

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