Film

Veröffentlicht am 15.02.2013 | von Tobias

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LIEBE – Filmkritik



Du bist ein Monster manchmal!

(Anne – Liebe)

In meinen Augen ist es das Größte in der Kunst, wenn man sieht, dass ein Künstler, nach Jahren der harten Arbeit, zu einer eigenen Sprache und Perfektion gelangt ist. Sei es musikalisch, malerisch oder filmisch. Dies passiert natürlich nicht oft und Perfektion ist ein großes Wort und liegt natürlich immer im Auge des Betrachters. Aber was Regisseur Michael Haneke die letzten Jahren in seinen Filmen zeigt kann schlicht und einfach nur mit dem Prädikat „Perfekt“ beschrieben werden. Sein neuster Film ‚Liebe‚ erscheint nächste Woche nun endlich auf DVD.

Die Geschichte des Film ist denkbar einfach und kann in wenigen Sätzen beschrieben werden. Anne und Georges sind ein altes Ehepaar, wie aus dem Bilderbuch. Ihr Alltag ist perfekt eingespielt und ihre Liebe noch lange nicht erloschen. Doch ein Schlaganfall von Anne zerschlägt dieses Idylle. Von nun an ist sie ein Pflegefall. Ihr Ehemann versucht alles um einen normalen Alltag im Gang zu halten und kümmert sich ohne Unterlass um seine Frau. Beide wissen jedoch, dass sich Annes Gesundheitszustand nur noch verschlechtern wird.

Auf den ersten Blick hört sich diese Inhaltsangabe nicht gerade spannend an und man kommt wahrscheinlich ins grübeln ob man diesen Film wirklich sehen muss. Was Michael Haneke aber hier auf die Leinwand gebracht hat ist ein Lehrstück des europäischen Kinos. Jedes Bild ist perfekt durchkomponiert – keine Bewegung zu viel, kein Zentimeter des Bildes unwichtig. Er lässt seinen Schauspielern viel Zeit ihre Gefühle und Ängste durch kleinste Bewegungen des Körpers zu zeigen. Trotzdem wünscht man sich bei den des öfteren lange Einstellungen nie einen Schnitt. Haneke, der in seinen zurückliegenden Filmen öfters mit Gewalt und Schock arbeitete, hat seine Filmsprache gefunden. Wie schon in ‚Das weiße Band‚ steckt das Grauen in der Stile und in dem Nicht-Gesagten. Das Ende des Films, wird gleich in den ersten 2 Minuten offenbart, was zur Folge hat, dass keine unnötige Spannung aufgebaut wird und der komplette Fokus auf der Beziehung zwischen Anne und George liegt. Ein großes Meisterwerk. Unbedingt anschauen!

Amour (Frankreich 2012)
Regie: Michael Haneke
Darsteller: Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, William Shimell
DVD-VÖ: 22. Februar 2013 Warner Home Video

httpvh://youtu.be/bydem-Or5ck

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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