Musik Shout Out Louds - Optica Cover

Veröffentlicht am 24.02.2013 | von Fred

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SHOUT OUT LOUDS – Optica

Shout Out Louds - Optica Cover

Let’s pretend I’m their new lover
I’m a stranger and not yet discovered
I’m their voice and their solution
I’m a ghost and I’m an illusion.

(Shout Out Louds – Illusions)

Vor genau einer Woche befand ich mich in einer Diskussion, die den heutigen Indie Kapellen zu viel Einsatz des Alleskönner-Instruments Synthesizer attestierte. Alles muss 80er Einschlag haben und damit irgendwie retro-futuristisch klingen. Dies widerspricht jedoch dem Credo des Indie-Rock Puristen, der nur Gitarre, Bass, Schlagzeug und höchstens noch Schellenkranz akzeptiert und vertraut. Und dann erscheint am letzten Freitag ‚Optica‚, die neue Platte der schwedischen Sympathieträger Shout Out Louds. Als hätte man es geahnt, schleichen sich auch hier die 80er in den vertrauten Sound der Band um Adam Olenius.

Die Shout Out Louds sind ja so eine Band, auf die man sich einigen kann. Zumindest auf deren Debütalbum ‚Howl Howl Gaff Gaff‚, danach gehen die Meinungen stark auseinander. ‚Our Ill Wills‚ wird noch akzeptiert, an ‚Work‚ scheiden sich jedoch die Geister. Aber Hand aufs Herz – Jedes Shout Out Louds Album hat ein paar super Songs zu bieten, die nach Frühling und Jugend und Wassereis klingen. Mit wachsender Diskografie wurde das Songwriting der Shout Out Louds vertrackter und ausgefeilter. Auf ‚Howl Howl Gaff Gaff‘ wurden die brennenden Gefühle noch ungefiltert und offen herausgeschrien. ‚Optica‘  ist jedoch deutlich gesetzter und auch erwachsener geworden. Die Bezüge zum klassischen Indie-Rock haben die Shout Out Louds nun endgültig abgelegt und orientieren sich auf ihrem vierten Studio-Album eher am Pop-Entwurf der 80er Jahre. Das geschieht sehr ausgesucht, geschmackssicher und charmant. Hier ein Beat, da ein Bläsersatz und dazu noch ein Klangteppich vom Synthesizer. Auf ‚Optica‘ erweitern die fünf Schweden ihr Klangspektrum und loten ihre eigenen Grenzen neu aus. „Wir haben auch Einflüsse zugelassen, die vielleicht cheesy sind“, sagte Adam Olenius und provoziert damit so viel Kopfnicken, dass der Nacken schmerzt. ‚Glasgow‚ oder ‚Walking In Your Footsteps‚ sind beim ersten Hören durchaus ein wenig anstrengend und rezitieren nicht unbedingt den besten Teil der 80er.

Doch zum Glück gibt es auch Songs wie ‚Where You Come In‚, ‚14th Of July‚, ‚Hermila‚ oder ‚Chasing The Sinking Sun‚ in deren Ernsthaftigkeit und Reife man sich einfach wohl fühlt. Die oft zurückgenommene Instrumentierung wirkt schlicht und belebend zugleich und gibt Adams charakteristischer Stimme Raum. Diese dominiert im Vergleich zu den Vorgängern etwas mehr und Bebban Stenborg tritt eher am Rande in Erscheinung. Und auch hierbei, wie bei der gesamten Platte, muss jeder die Frage nach der gelungenen Veränderung für sich selbst beantworten. Hätte man vorher nie ein anderes Album der Shout Out Louds gehört, wäre man wahrscheinlich begeistert. Doch so schaut man leider wehmütig auf die ersten beiden Alben zurück. Was man den Shout Out Louds jedoch lobend anerkennen muss, ist dass sie sich von Platte zu Platte konsequent weiterentwickeln. Insofern hoffen wir einfach, dass sie auch beim nächsten Album einen ordentlichen Schritt tun – weg von der Vergangenheit und endlich in die Zukunft der Band.

35von5

Shout Out Louds – Optica
VÖ: 22. Februar 2013, Vertigo, Universal
http://www.shoutoutlouds.com/
http://www.facebook.com/Shoutoutlouds

SHOUT OUT LOUDS – Walking In Your Footsteps from Frode & Marcus on Vimeo.

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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