Musik

Veröffentlicht am 5.04.2013 | von Lisa

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COLD WAR KIDS – Dear Miss Lonelyhearts

I think about eyes that watch you
I think about changes I’ve made
I think about all this fancy food
All down the drain.

I spend a lot of time by myself
Imagining great speeches I’ve made
The cries of people I’ve been at hell
But what would I stand?

And will I find, where will I find someone to take?
Or did I find and I realize I was to blame?

(Cold War Kids – Tuxedos)

Als 2006 der erste Langspieler der Cold War Kids, ‚Robbers & Cowards‚ erschien, waren sich viele Kritiker fast sicher, dass die Band aus dem sonnigen Long Beach, Kalifornien, senkrecht durch die Decke gehen würde. Mit Sänger Nathan Willetts einzigartiger Stimme, dem in der damaligen Indieszene ungewöhnlich bluesrockigen Sound und so unfassbar catchy Songs wie dem fantastischen ‚Hospital Beds‚ hatten sie sich unmittelbar in viele Herzen gespielt.

Nun ist es 2013, dazwischen liegen Album Nummer zwei und drei sowie die Auswechslung des Gitarristen, und mit ‚Dear Miss Lonelyhearts‚ erscheint dieser Tage das nunmehr vierte Album der Amerikaner. Die Zeit dazwischen war lang, und – im Gegensatz zu allen Vorraussagungen nicht unbedingt so massenkompatibel erfolgreich wie erwartet. Gerade das letzte Album, das 2011er ‚Mine is Yours‚ hatte viele enttäuschte Ohren zur Folge. Doch, und so viel sei gleich zu Beginn gesagt: die Cold War Kids reißen mit diesem vierten Album das Ruder noch einmal kräftig herum.

Bereits der Opener ‚Miracle Mile‚ geht gleich in die Vollen: das typische Cold War Kids-eske hämmernde Piano, die ratternden Gitarren und dazu Willetts Stimme, die sich in ihrer rasenden Geschwindigkeit stets zu überschlagen droht und es doch nie tut, legen gleich eine ordentliche Marschrichtung vor.
Überhaupt, Nathan Willetts Stimme, sie ist wahrlich ein Phänomen. Hoch und knarzig, fast schon nölig, wartet man als Hörer immer darauf, wann sie einem aufgrund ihrer Besonderheit beginnt, anstrengend zu werden – doch dies tritt einfach nie ein. Willett hat sein Instrument so sehr unter Kontrolle, treibt seinen Gesang in nervenaufreibende Höhen nur um dann in ein heiseres Flüstern zu verfallen, und gibt jedem Song dieses Unverwechselbare, diese Intensität, an der man immer erkennt, dass es sich um einen Cold War Kids-Song handelt.

‚Dear Miss Lonelyhearts‘ hat mit mich den Kids vollends versöhnt, nachdem auch ich nach ‚Mine is Yours‘ ihr Licht kurz unter den Scheffel gestellt hatte. Die Platte strotzt nur so voller Energie, Melodien und Tatendrang – und gleichzeitig sind doch die leisen Momenten vielleicht die Stärksten des Albums. Besonders stechen dabei das wunderbar verzweifelte ‚Tuxedos‚, in dem Willett sich durch ein unglücklich geendetes Hochzeitsfest croont und windet, und dabei eine wahnsinnige Verletzlichkeit und Wehmut ausstrahlt, sowie der letzte Song des Albums, ‚Bitter Poem‚, heraus, der genau das ist, was der Titel verspricht: ein verzweifelte Ballade, die auch nach dem hundertsten Mal auf Repeat noch immer die gleiche Intensität ausstrahlt, dass es einen umhaut.

Cold War Kids – Dear Miss Lonelyhearts
VÖ: 5. April 2013, Cooperative Music
www.coldwarkids.com
www.facebook.com/ColdWarKids

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