Musik

Veröffentlicht am 30.04.2013 | von Lisa

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YEAH YEAH YEAHS – Mosquito

Some kind of violent bliss
Led me to love like this
One thousand deaths my dear
I’m dying without you here

In flames I sleep soundly
With angels around me
I lay at your feet
You’re the breath that I breathe

(Yeah Yeah Yeahs – Wedding Song)

Gut zehn Jahre nach ihrem Debüt ‚Fever to tell‚, das die Yeah Yeah Yeahs aus New York im Zuge des Indie-Hypes Anfang des neuen Jahrtausends rund um die Strokes, White Stripes etc. auf die Titelblätter der Musikmagazine katapultierte, sind die 3 Amerikaner jetzt zurück. Sängerin Karen O. war nicht umsonst jahrelang das Postergirl sämtlicher Indie-Mädels von Brooklyn bis nach Rosenheim, dank ihres punkig-rebellischen Charmes, der mysteriösen Ausstrahlung und dem düster-glamourösen Styles – mittlerweile allerdings hat die Gute sich von ihren pechschwarzen Haaren getrennt und ist platinblond, verheiratet und hat mit ihrer Band nach dem letzten Album ‚It’s Blitz‚ das mittlerweile vierte Studioalbum ‚Mosquito‚ in den Startlöchern.

‚Mosquito‘ ist eine konsequente Weiterführung der musikalischen Entwicklung des Dreiers. Ohne auf ihre punkig-garagigen Wurzeln zu verzichten, lotet das Album die verschiedensten Stilrichtungen und Ideen aus. Die erste Single ‚Sacrilege‚ ist beispielsweise ein Art-Punk/Gospel-Bastard, der mit den YYY-typischen verzerrten Gitarren und O.‘s charismatischer und vor allem einprägsamer Stimme begeistert und – man rechnet zunächst gar nicht damit – mit einem ausgewachsenen Gospel-Chor endet. Die Single begeistert vor allem durch diesen wilden Stilmix, mit dem die New Yorker bekannt geworden sind, diesem Pfeifen auf musikalische Konventionen und auf klassische Songstrukturen.

Subway‚ ist hingegen eine fast gespenstisch-zarte Hommage an die Subway von New York – im Hintergrund hört man sogar das leise Rattern der vorbeifahrenden Züge, während Karen O. mit hypnotischer Stimme das Warten auf die nächste Verbindung besingt: „I waited and I waited / And it was hot / And when it stopped / It was metal on the mental / It was something in my heart…

Doch auch das Weirde, Experimentelle, das die YYYs auszeichnet, fehlt hier nicht – auf dem Track ‚Buried Alive‚ findet sich beispielsweise eine Kollaboration mit dem Rapper Dr. Octagon, produziert wurde der Track von LCD Soundsystems James Murphy. Nicht immer treffen diese Experimente ins Schwarze – ‚Area 52‚ zum Beispiel verwirrt einem mit seinen Außerirdischen-Lyrics und dem schrägen Sound eher, und auch ‚These Paths‚ bleibt seltsam uninspiriert. ‚Wedding Song‚ hingegen ist eine wunderbar düster-romantische Ballade, die Karen O. angeblich an ihrem Hochzeitstag gesungen haben soll und die das Album auf einer berührenden Note ausklingen lässt.

‚Mosquito‘ wird vermutlich nicht unser Lieblingsalbum der Yeah Yeah Yeahs werden, und trotzdem begeistert es durch eine mitreißende Vielschichtigkeit und Experimentierfreude. Und es zeigt, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen Bands, mit denen sie vor zehn Jahren emporstiegen, noch lange nicht am Ende der Leiter angekommen sind.

Yeah Yeah Yeahs – Mosquito
VÖ: 12. April 2013, Polydor
www.yeahyeahyeahs.com
www.facebook.com/yeahyeahyeahs

Yeah Yeah Yeahs – Sacrilege (Official Video) from Universal Music Germany on Vimeo.

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