Musik

Veröffentlicht am 23.08.2013 | von Lisa

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FOY VANCE – Joy Of Nothing


I will find my means to an end
Living on hope with a closed hand full of friends

(Foy Vance – Closed Hand, Full Of Friends)

Foy Vance ist nicht unbedingt von der schnellsten Sorte – zumindest was seine Musik anbelangt. Sein erstes Album, ‚Hope‚, veröffentlichte er vor nunmehr 6 Jahren – da war er selbst bereits 32 Jahre alt. Für ein Debütalbum ein eher später Zeitpunkt, doch wie er selbst des Öfteren in Interviews zu Protokoll gegeben hat, war die Möglichkeit, mit Musik Geld zu verdienen und sie als Beruf auszuüben, zunächst nichts gewesen, was er für möglich gehalten hatte.

Nach dem erfolgreichen Debüt und darauffolgenden Jahren exzessiven Tourens, unter anderem mit den Singer-Songwriter-Wunderkind Ed Sheeran, ist der gebürtige Nordire nun nach sechs langen jahren zurück mit dem Nachfolgealbum ‚Joy Of Nothing‚.

‚Joy Of Nothing‘ ist ein kraftvolles, ehrliches und seltsam bodenständig und entrückt zugleich klingendes Singer / Songwriter-Album, auf dem Vance sich mit entwaffnender Offenheit mit persönlichen Tiefschlägen und Problemen beschäftigt – dabei aber nie hoffnungslos oder duster daherkommt. Seine Stimme trägt die von Akkustik-Gitarre dominierten Stücke voll erdigem Soul, und es zeigt sich in allen Songs, dass sein Gesang sehr wandelbar ist: so reichen die Assoziationen von Bruce Springsteen bis hin U2’s Bono – manchmal rau und sehr amerikanisch, dann wiederum britisch-Whiskeygetränkt oder anschmiegsam-weich. Besonders sticht zunächst das dramatische ‚At Least My Heart Was Open‚ heraus, in dem Vance sich mit einer verflossenen Beziehung beschäftigt: „I tried to do what I thought was right, and I know I fucked it up sometimes, but at least my heart was open…” schwelgt er darin, die Stimme trauergetränkt, zerbechlich-rau, nur um dann in einem wütenden Mittelteil und einem resignierten Finale diese persönliche Niederlage auf den Hörer einprasseln zu lassen.

Dass Vance lange Jahre im mittleren Westen der USA aufgewachsen ist, hört man deutlich in seiner Musik. Die Songs sind bluesig angehaucht, wie zum Beispiel das langsam pluckernde, knarzige ‚You and I‚ oder das trocken scheppernde ‚Paper Prince‚. Herzzerreißend ist außerdem das soulige ‚Feel For Me‚, das mit Streicherbegleitung und Vance’s exzellentem gefühlvollem Gesang punktet. Foy Vance’s Stärke liegt wirklich vor allem darin, seinen Worten, seinen Texten, mit seinem Gesang den perfekten Ausdruck zu verleihen, das perfekte Gefühl hineinzulegen, das einen sofort ins Herz trifft – ein Talent, um das in sämtlichen Castingshows von verzweifelten Juroren gebettelt wird – und Vance hat es gleich säckeweise mitbekommen.

‚Joy Of Nothing‘ ist ein Album voll von Musikstücken, die ich so in dieser Form lange nicht mehr gehört habe. Es ist wunderbar altmodisch in der Art und Weise, wie die Songs instrumentiert und inszeniert sind – im Vordergrund stehn die Melodien und Foys berührender Gesang. Aber wer sich auf ein solch oldschooliges und auf den Hipsterbühnen dieser Welt vielleicht etwas uncool wirkendes Singer / Songwriter-Album einlässt, wird ganz sicher nicht enttäuscht, sondern mit einem wirklich guten und vor allem zeitlosen Stück Musik belohnt.

Foy Vance – Joy Of Nothing
23. August, Pias
www.foyvance.com
www.facebook.com/foyvancemusic

httpvh://youtu.be/LWldBMWI8Gs

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