Musik

Veröffentlicht am 24.08.2013 | von Carmen

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RAFFERTIE – Sleep Of Reason

Raffertie - Sleep Of Reason CD-Kritik

 

‚Build me up, but don’t let me go
cos you know that I won’t ever leave, no no you’re my baby‘

(Build Me Up – Raffertie)

Benjamin Stefanski hat sich in den vergangenen Jahren als Drum n‘ Bass und Dubstep Produzent/DJ einen Namen gemacht. Unter seinem Künstlernamen Raffertie gründete er ein eigenes Label (Super Recordings), entdeckte AlunaGeorge und veröffentlichte zahlreiche EPs und Remixe für namhafte Bands wie Franz Ferdinand, Wild Beasts, Clock Opera. Jetzt hat er sein Debütalbum ‚Sleep Of Reason‘ auf Ninja Tune veröffentlicht.

Wer nun ein durchgängig tanzbares Album erwartet hat, wird vielleicht enttäuscht, auf jeden Fall aber überrascht sein. Denn Rafferties Debütalbum eignet sich weniger für die Tanzfläche, überzeugt vielmehr durch geheimnisvoll experimentelle und vielseitige elektronische Musik. Das Album ist voller ausgeklügelter verschachtelter Melodien, die untermalt werden von knarzenden Beats.

Der Opener ‚Undertow‘ ist ein schwerer Einstieg in den Musikkosmos von Raffertie und bedarf mehrmaligen Hörens, um seine ganze musikalische Bandbreite zu entfalten. Doch bereits das zweite Stück ‚Rain‘ verzaubert mit butterweichem flüsternden Gesang, bei dem Stefanski mit sich selbst im Duett singt, getragen von zarten Synthiewolken und einer E-Gitarre, die an The XX erinnert. Auf der Single ‚Build Me Up‘ – deren Video ein schöner Kurzfilm ist – zitiert er tatsächlich eine Liedzeile aus Mariah Careys ‚Dreamlover‘, erhebt diese aber in weit entrückte Welten. Eine sehr spezielle Hommage an den R&B und Soul der 90er Jahre.

RAFFERTIE „BUILD ME UP“ from VINCENT HAYCOCK on Vimeo.

Raffertie klingt durchaus ein wenig wie James Blake, hat aber seinen eigenen Stil. Insbesondere beim Gesang nimmt sich Raffertie auf angenehme Weise zurück und klingt dabei, im Gegensatz zu Blake, erfrischend und positiv. Mit dem Album will Raffertie seine Hörer fesseln, sie niemals alleine lassen und Emotionen wecken. Das ist ihm uneingeschränkt gelungen. ‚Touching‘ ist trotz oder gerade wegen des leichten Dancebeats verschmolzen mit Rafferties sanfter Stimme und den Lyrics (‚and when we touch I can’t breath‘ ) ein berührender Ohrwurm. Ebenso das grandiose ‚Trust‘, aufgenommen mit der Londoner Newcomerin Yadi – ein balladenartiges elektronisches Liebesduett. Das Instrumentalstück ‚One Track Mind‘ wiederum zeigt die Experimentierfreudigkeit und die Qualitäten Rafferties als Soundtüftler. Nahezu jeder Track auf dem Album ist ein Hörerlebnis und kein Stück gleicht dem anderen. Ein Debütalbum, das es in sich hat und von dem man nicht genug bekommt.

Raffertie – Sleep of Reason
VÖ.: 05.August.2013, Ninja Tune
www.raffertie.com

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