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Veröffentlicht am 25.06.2015 | von Christian Weining

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THE HELIO SEQUENCE – The Helio Sequence

The Helio Sequence - The Helio Sequence CD-Kritik

Where have you been
Since the morning
And where did you go
and who did you call

Had your release
but you know that
you heart is with me
There’s no other way then

(The Helio Sequence – Upward Mobility)

The Helio Sequence gibt es nun schon seit 16 Jahren. Ihr neustes Werk wurde allerdings diesmal ganz anders angegangen als die letzten, was man auch deutlich hören kann. Inspiriert von ‚The 20-Song Game‚, bei dem befreundete Bands eine Challenge hatten innerhalb einer bestimmten Zeit 20 Songs zu schreiben, wollten sie ebenfalls einfach drauf los spielen und möglichst viel Material für ein neues Album sammeln. Heute sprechen sie von einem Album indem ganz viel von ihnen selbst steckt, so wundert auch der Selbstbezug im Albumtitel, ‚The Helio Sequence‚, nicht.

Der erste Song des Albums ‚Battle Lines‚ kommt den Stücken vom letzten Album ‚Negotiations‚ sehr hahe. Die angenehme ruhige Stimme von Brandon Summers und das impulsive Schlagzeugspiel von Benjamin Weikel unterstützt mit Gitarre und viel Effekt lassen großes erwarten. „Oh, I’m looking for a new direction. Oh, I’m looking for another way”. Wenn das mal keine Ansage ist. Der nächste Song ‚Stoic Resemblance‚ hingegen kommt ganz anders daher. Dass hier das fehlt, was man ganz besonders beim letzten Album hatte, vermisst man und dennoch hat der Song, je öfter man ihn hört, trotz seiner eher eintönigen Melodie etwas, was man von The Helio Sequence so nicht kannte und Spaß macht: Die einfache Melodie hindert daran nicht mitzusingen.

Red Shifting‚ passt sich dem vorherigen Song melodisch teilweise an, den Refrain singt man jedoch auch gleich beim ersten Hören mit. ‚Upward Mobility‚ macht dann auch wieder mehr Spaß zu hören. Hier hebt sich auch der Gesang wieder mehr ab und im Refrain möchte man fast das Tanzbein schwingen. Schönes Ding. ‚Leave or be Yours‚ glänzt mit einem durchgängigen ausgearbeiteten Arrangement zwischen Gitarre, Bass, Synthesizer und Drums und der halligen Kopfstimme von Summers. Während dann bei ‚Deuces‚ sehr viel, fast unangenehm viele Effekte eingesetzt wurden, so dass man den Song gar nicht richtig einordnen kann. ‚Inconsequential Ties‚ ist dann das totale Gegenteil. Ein einfacher Rocksong im Acoustic Sound ohne großen Schnick Schnack. Ein weiterer Beweis dafür, dass die Jungs einfach drauf los gespielt haben und weniger der Kopf als die Intuition ausschlaggebend war. Dieser Track fällt am meisten aus dem Konzept und erinnert auch gleichzeitig am meisten an die ersten Stücke des Duos.

Wieder zurück zur neuen Helio Sequence Manier geht es mit ‚Seven Hours‚. Ein schöner Song zum Träumen, der auf diesem Album fast auffällt. ‚Phantom Shore‚ und ‚Never Going Back‚ bilden den Schluss und greifen beide nochmal tief in die Synthesizer Kiste, mit viel Hall, Klang und Rhythmus. Die letzten Worte sind dann: „I’m never going back again. I swear I will never return.“ Klingt sehr danach, als würden sie eine neue Zeit, einen neuen Beginn verkünden. Das Album bewegt sich zwischen ihrer Anfangszeit, dem letzten Album und allem was dazwischen war. In sofern merkt man wirklich, dass hier viel von ihren Einflüssen und Erfahrungen mit rein spielt und es ist aber auch unüberhörbar etwas neues dazu gekommen. Das Album ist zwar deshalb nicht wirklich rund und dennoch bietet es viel. Der Fan der ersten Stunde, aber auch der
Indie-Fan, der erst in den letzten Jahren auf The Helio Sequence aufmerksam geworden ist, wird sich mit der Platte vergnügen können. Und so freut man sich dabei schon auf ein nächstes Album, wo auch immer die musikalische Reise damit hingehen mag.

3-4von5

The Helio Sequence – The Helio Sequence
VÖ: 22. Mai 2015, Sub Pop Records
www.theheliosequence.com
www.facebook.com/HelioSequence

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