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Veröffentlicht am 26.01.2016 | von Eva-Marie

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GET WELL SOON – Love

Get Well Soon - Love CD-Kritik
Foto-©: Jens Oellermann

If love flows like rivers do
Then we will last
If hope falls like ancient walls
Then we will last
If love burns like moscow did
Then we will last

Then where was this love
when we needed it most?

(Get Well Soon – Love)

‚Love‘ ist das fünfte Album von Get Well Soon alias Konstantin Gropper. Seine Musik hat deutlich an Pop-Appeal dazu gewonnen und legt eine ungewohnte Leichtigkeit an den Tag.

‚It’s A Tender Maze‘ läutet gewohnt imposant in die Platte ein. Der sphärische Aufbau fühlt sich bekannt an und es dauert eine knappe Minute bis Gropper endlich Hallo sagt. Eine flächige Ruhe macht sich breit, die die widersprüchliche Metapher von „a tender maze“ stützt. Etwas überraschend kommt dann der Übergang zu ‚It’s A Catalogue‘, der mit einem einfachen, schrillen Synthiebeat einsteigt, auf dessen ähnlicher Höhe sich dann auch seine Stimme bewegt. Hier wird der eingangs erwähnte Pop-Appeal klar erkennbar. Das wird dem ein oder anderen Fan wahrscheinlich etwas schief im Magen liegen.

Instinktiv hätte man vom Albumtitel musikalisch etwas anderes erwartet, also zumindest wenn ein Get Well Soon seine Platte so nennt. Mehr Melancholie und Drama. Mehr düstere Filmsounds. Aber wir werden hier eines besseren belehrt und man ertappt sich dabei, den Klischees auf den Leim gegangen zu sein, die sagen, dass Liebe in der Musik immer nach Schmerz und Drama klingen muss. Der Musiker lässt stattdessen seine Einflüsse für sich sprechen: Fröhlicher Folk bei dem Lobgesang an die Liebe in ‚Eulogy‘, eine Gitarrenbalade bei ’33‘, in der er den wunderbar gewöhnlichen Alltag einer Beziehung besingt und dann auf einmal stolpert bei ‚Young Count Falls For Nurse‘ ein discofoxhaftiger Beat los. Die unterschiedlichen Facetten sind mit nur einmal Hören schwer zu greifen und entfalten sich sicherlich nicht für jeden in der ganz eigenen Schönheit.

Get Well Soon hat mit ‚Love‘ eine Platte gemacht, mit der er Mut bewiesen hat. Er hat zwar seinen eigenen, markanten Sound behalten, ihn aber gleichzeitig stellenweise durch neue Einflüsse ersetzt. Gerade bei den popigen Songs sind Vergleiche mit den Pet Shop Boys nicht weit, wenn man natürlich die tiefe Stimme Groppers ausklammert. Aber die Songstrukturen an für sich haben abgespeckt und sind nicht so gigantisch wie bei älteren Songs (‚Roland, I Feel You‘, ‚If This Head Is Missing I Have Gone Hunting‘ etc.). Reduziert klingt das durch eben jenen Pop-Appeal dann aber doch nicht. Er hat hier nicht seine beste Platte abgeliefert, aber es bleibt spannend, seine weitere Entwicklung zu beobachten.

Screenshot 2015-02-17 18.06.30

GET WELL SOON – Love
VÖ: 15. Januar 2016, Caroline
www.youwillgetwellsoon.com
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