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Veröffentlicht am 12.01.2016 | von Eva-Marie

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VILLAGERS – Where Have You Been All My Life?

Villagers - Where Have You Been All My Life CD-Kritik

„The city lights are beckoning
The sirens softly call
Of the fantasist and fetishists are preparing the ball
When you’ve been stuck here on the doorstep with nothing to forsake
Well you might as well be anyone’s to take

So i give myself to strangers like i gave myself to you
But the tenderness I felt has been replaced by something new
And in the orgy I can vaguely hear the outline of your call
Well I might as well be anyone’s at all“

(Villagers – Memoir)

Wer hätte gedacht, dass es innerhalb von einem Jahr gleich zwei Villagers-Alben zu besprechen gibt. ‚Where Have You Been All My Life‘ kommt dieser Tage heraus und ist eine Hommage an die eigenen bisher erschienen Alben. Conor J. O’Brien präsentiert seine schon bekannten Songs in einer neuen Aufmachung.

Die Platte wurde an nur einem einzigen Tag in London aufgenommen. Bei den Songs handelt es sich immer um den First oder den Second Take der Aufnahme. Genau das spürt man auch, wenn man zum ersten Mal Play drückt. ‚Set The Tigers Free‘ bildet den Einstieg – ein Song, der auf dem Debütalbum ‚Becoming A Jackal‘ zu finden ist. Die Neuinterpretation macht die Stimmung im Studio spürbar und holt den Hörer am Anfang der Diskografie ab. Man ist von dem Songwriter ja sowieso ein großes Maß an Präzision gewohnt und trotzdem ist es bei Songs wie ‚Everything I Am Is Yours‘ und ‚That Day‘ schwer zu glauben, dass sie in dieser Form in nur einem Versuch eingespielt worden sind. Klar, es sind für ihn keine neuen Lieder, aber gerade das macht es nicht unbedingt leichter, denn wer korrigiert sich schon gern selbst? Und es ist eigentlich auch gar keine Korrektur, die er da betreibt, sondern offenbar ein innerliches Bedürfnis, sich mit den eigenen Werken auseinanderzusetzen und sie so weiterzuentwickeln. Bot ‚Courage‘ – der Opener von Darling Arithmetic – schon beim letzten Mal einen tiefen Einblick ist das Seelenleben des Musikers, wurde er in dieser Interpretation noch intensiviert. Ja und Selbstvertrauen und Mut braucht es genau hierfür.

Man hat das Gefühl Conor O’Brien scheint mit sich in Reinem zu sein und alles auf die Kunst zu setzen. Beim namensgebenden Song ‚The Soul Serene‘ hat er mit kräftiger Bassunterstützung einen opulenten Gitarrensong geformt. Allerdings hat ihm die Einfachheit der alten Version ein wenig besser gestanden. Das ist jetzt aber auch hier schon Meckern auf sehr hohem Niveau und deshalb kann man an dieser Stelle vorwegnehmen, dass ihm und seiner Band im Studio das bei dem großartigen ‚The Waves‘ besser gelungen ist. Da hat man auf einmal einen völlig anderen Song vor sich, der auf einmal etwas völlig anderes zu meinen scheint. Zwei Minuten mehr, zwei Minuten anders gut. Andere Künstler verzweifeln an der Kopie und die Villagers zeigen einfach wie es klingen kann, wenn man sich mit Hingabe und Konsequenz damit auseinandersetzt. Aber jetzt nochmal einen Schritt zurück: Es gibt einen Song, den man vorher noch nicht gehört hat, insbesondere nicht von ihm. ‚Memoir‘ hat er für Charlotte Gainsbourg geschrieben und selbst nie aufgenommen. Einmal mehr ein Beweis dafür, welches Feingefühl er für das Songwriting besitzt: „So I give myself to strangers like I gave myself to you, But the unity I felt has been replaced by something new“.

Mit ‚Wichita Lineman‘ beendet er sein Album mit einem Cover von Countrymusiker Glen Campbell, der den Song 1968 herausbrachte. Das O’Brien mit einem Song über Einsamkeit endet, überrascht dann doch ein wenig, aber vielleicht lässt er es auch bewusst offen, ob es ihm bei diesem Lied um genau diesen Aspekt geht. Jedenfalls spricht das wieder für den von ihm besungenen Mut, sich einen solchen Klassiker anzueignen und ihn einfach nach einem Villagers-Song klingen zu lassen.

45von5111

VILLAGERS – Where Have You Been All My Life?
VÖ: 03. Januar 2016, Domino
www.wearevillagers.com
www.facebook.com/Villagers

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