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Veröffentlicht am 21.03.2016 | von Jonathan Hirschhäuser

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LIIMA – ii

Liima - ii CD-Kritik

What makes you sick, Amerika?
The hearts across the street, Amerika.
You’re floatin‘ on the river
In Amerkia.
Lie across the street
In Amerika
I’m hoping for Amerika

(Liima – Amerika)

Die drei Dänen von Efterklang haben sich wohl eines Tages gefragt: „Warum haben wir eigentlich keinen Drummer?“ Nicht lange danach kam der finnische Perkussionist Tatu Rönkkö zu der Band, die sonst schon so ungewöhnliche, nicht in Schubladen zu steckende Musik macht. Und auch bei dem so entstanden, neuen Projekt Liima wird klassischen Entstehungsprozessen und Aufgabenverteilungen keine Beachtung geschenkt. Zu viert in den verschiedensten Städten Europas unterwegs entstanden die zehn Songs von ‚ii‚. Die gewollt improvisierten ersten Ideen wurden schnellstmöglich live auf Tauglichkeit getestet. Die unter diesem künstlichen Zeitdruck entstandenen Songsskizzen wurden im Studio so lange weiterbearbeitet, bis das Album mit der einsamen Bergziege auf dem Cover daraus entstanden ist.

‚ii‘ ist ein vordergründig düsteres und sperriges Werk. Der Einstieg mit ‚Your Heart‚ verschafft einem schnell einen Eindruck, in welche musikalische Richtung Liima zielen. Diverse Synth-Spuren werden von einem durchgehenden Plackern flankiert. Am markanten Bass führt auch in den folgenden Liedern kein Weg vorbei. Wenn dann noch Casper Clausen seine klagende Stimme erheb, fühlt man sich irgendwie an Pink Floyd erinnert. Und auch Lied drei, ‚Roger Waters‚, trägt Namen nicht umsonst. Die Bassline von Pink Floyds ‚Money‚ steht dem Song sehr gut, gibt ihm etwas Vertrautes. Sie wird aber auch der Soundfetzen sein, an den man sich nach Ende des Albums am ehesten erinnern wird. Riskant, einen musikalischen Giganten wie die Briten direkt in ein quasi Erstlingswerk einfließen zu lassen.

Woods‚ baut sich langsam und bedrohlich vor einem auf, wird intensiver, größer, dichter. Nach drei Minuten sind plötzlich nur noch zögerliche Pianoakkorde und leiser Gesang aus dem Off zu hören. Diese Dynamik hätte sicher auch dem einen oder anderen Song mehr gut gestanden. Clausen bleibt bei seinem Part meist ähnlich: wenig Melodie, mehr Erzählen oder Schreien. Unauthentisch wirkt das in keinem Fall.

Auch in größeren zeitlichen Ebenen ist die Musik von Liima nie langweilig, eintönig oder ordinär. Der Drummer ist natürlich auch kein klassischer Schlagzeuger. Sein Rascheln, Klappern und Klopfen ist aber in jedem Lied zwischen all den anderen Sphären, in denen sich das Quartett herumtreibt, eindeutig rauszuhören. Genau hier liegt auch der Unterschied zu Efterklangs sonstigem Sound. Liima hat seine Daseinsberechtigung, weil hier die auch so schon gute Musik von Efterklang mit Herz und Rhythmus verbessert wird.

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Liima – ii
VÖ: 18. März 2016, 4ad
www.liima.net
www.facebook.com/liimaband

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