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Veröffentlicht am 20.05.2016 | von Christian Weining

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CARNIVAL YOUTH – Propeller

Carnival Youth - Propeller CD-Kritik

Strange people
Live in my neighbours yard
Although it’s raining the linen is hanged out dry
Strange people
Drinking in shallow shores
Their hearts are sober, but sharks are getting close

(Carnival Youth – Seagulls on Bicycles)

Bei einer Population von zwei Millionen Menschen kann ein Land natürlich nicht unendlich viele bekannte Indie-Bands haben. Umso schöner ist es, dass die lettische Band Carnival Youth nach ihrem Debutalbum 2015 in diesen Tagen ihr Zweitwerk ‚Propeller‚ veröffentlicht hat. Das Jahr hatte bei ihnen schon gut angefangen mit dem Gewinn des European Border Breakers Award. So gehören sie nun als zweite baltische Band überhaupt, nach Ewert And The Two Dragons, zu den Preisträgern.

‚Propeller‘ startet Indie-klischeemäßig mit dem Track ‚Connection Lost‚. Eine verzerrte abgehackte E-Gitarren Akkordfolge, fette Synthies und die Worte: „Your power were out, out of reach, lost connection between you and me“. Ein erstes kleines Highlight ist ‚Seagulls On Bicycles‚. Ein lässiger Song mit entspanntem Kopfnicker Beat, einer Melodie, die man gerne mitsingt und trotzdem auch recht experimentellen Sounds und Zwischenspielen.
Was auch immer uns der Titel sagen soll, ‚1q7/4‚ ist ein klein wenig düsterer und erinnert damit mehr an das erste Album. Mit etwas verschobenem Beat und spooky Sounds das richtige für das Feeling langer schlafloser Nächte.

Die nächsten beiden Songs ‚Fooling Myself‚ und ‚Iloveyous‚ wirken fast wie angefangen aber nicht richtig fertig komponiert. Sehr rockig aber zerstückelt und schräg und undurchsichtig. Das wird recht schnell sehr anstrengend. Dagegen kommt dann ‚Surf‚ genau richtig. Auch wenn auch dieser Song den Hörer nicht umhaut, ist er vielleicht genau der richtige um die Fenster im Auto runter zu lassen und sich auf den Weg an den Strand zu machen. Fast obligatorisch, aber doch meist aufwertende: der experimentelle Zwischenteil mit viel Elektronik.

Flowers‚ wieder etwas weniger aufgeregt, aber dafür schön. Vielleicht sind sie doch so am authentischsten. ‚Youth Is Gold‚ ist nochmal so ein Song: Mit tiefer Stimme, tiefem Bass und melancholisch angehaucht machen die vier Jungs ihren besten Job. „I hope you’ll be there. We know youth is gold, even If I see silver in your hair“. Der letzte Song ‚All The Time Is Mine‚ ist sehr atmosphärisch, löst sich aber wie öfters auf dem Album mit Synthies und dem Computer nach und nach auf und man bleibt als Hörer ein Stück weit verwirrt zurück.

Die rockige Power, verschlungen mit coolen Indie Gitarren, die man auf dem letzten Album so gerne hatte, bleibt bei ‚Propeller‘ größtenteils aus. Elektrische Soundteppiche und unklare Strukturen geben dem Ganzen teilweise eine unfertige Form und es lässt sich so gut wie nie das Tanzbein schwingen. Einige schöne Stücke sind dabei und diese dann meistens für eine Indie-Rock Band relativ dunkel. Dann lässt sich Carnival Youth auch auf diesem Album genießen, für einen großen Erfolg wird das aber wohl leider nicht reichen.

3von5

Carnival Youth – Propeller
VÖ: 1. April 2016, popup-records
www.carnivalyouth.lv
www.facebook.com/CarnivalYouth

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