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Veröffentlicht am 29.07.2016 | von Sophia Sailer

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NAO – For All We Know

Nao - For All We Know CD-Kritik

Feels like pretty doesn’t know me
Only shows up when I’m lonely
Through the tears of imperfection
The mirror knows
Could you like someone that’s hoping that
They crawl out of their own skin for a time?

(Nao – Girlfriend)

Taucht ein Künstler auf BBCs sagenumwobener „Sound Of…“-Liste auf, spitzen bereits Kritiker die Stifte und Musikliebhaber ihre Ohren. Da werden Vorschusslorbeeren verteilt, über die dann im Debüt auf Albumlänge gerne gestolpert wird. Nao gehört jedoch zu den wenigen, die diese Hürde mit Leichtigkeit nehmen. Aber was hatte man auch nach den Kollaborationen mit Mura Masa, Disclosure und A. K. Paul auch anderes erwartet? Mit ihrem Debüt ‚For All We Know‚ kann sie an den Erfolg ihrer EP anknüpfen.

In ihrem Album bewegt sie sich stets mit Leichtigkeit zwischen souliger Schwere und poppiger Zugänglichkeit. Wenn Attribute wie „experimentell“ und „schwer“ im Zusammenhang mit „RnB“ und „Pop“ fallen, dann denken vermutlich noch die meisten an eine bestimmte Sängerin: FKA twigs. Tatsächlich treffen all diese Begriffe auch auf Nao zu – und die klingt so ganz und gar nicht wie die zuerst genannte Musikerin. Dabei möchte man die beiden doch so gerne in ein Genre stecken!

Nao fegt jedoch zerbrochene Songstrukturen und jeglichen düsteren Hauch direkt zu Beginn vom Tisch (später tauchen sie aber dann doch noch auf, z.B. in ‚Blue Wine‚). Vielmehr erinnern Chöre und wattige Synthies (‚Happy‚ und ‚Give Me A Little‚) an die Musik der Jahrhundertwende – nur ohne den Kitsch und die vollkommene Übertreibung. Dennoch legt sich der düstere Hauch RnB (‚Bad Blood‚) ebenso wenig ab, wie klaffende Dramatik – dafür steht ihr aber auch beides verdammt gut. Beides gibt dann in ‚In The Morning‚ eine ganz wunderbare Mischung ab, von der es gerne mehr hätte sein dürfen.

Das Album ist weitaus sonniger, als es nach den Vorabsingles hätte vermutet werden konnte. Das tut der Sache jedoch keinen Abbruch – ‚For All We Know‘ macht Spaß. Aber es bleiben zumeist eher die Lieder, die auf sich aufdrängende Snythesizer verzichten, die man gerne wiederholt. Naos Debüt gleicht einer Wundertüte, die viel zu bieten hat und wenig mit dem aktuell üblichen elektronisch angehauchten RnB gemein hat. Da unterschreibt man die Aussage, dass die Künstlerin in keine Schublade passt, doch gerne. Egal wie abgedroschen der Satz auch klingen mag.

4von5

Nao – For All We Know
VÖ: 29. Juli 2016, Sony Music
www.thisnao.com
www.facebook.com/thisnao

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