Reviews

Veröffentlicht am 4.10.2016 | von Jonathan Hirschhäuser

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SEKUOIA – flac

Sekuoia - flac CD-Kritik

Du hast also noch nie von diesem Sekuoia gehört. Also legst du direkt sein kürzlich erschienenes Debut ‚flac‚ auf und fragst dich nach den ersten Tracks: „Warum kannte ich den vorher nicht?“ Also suchst du ein bisschen im Netz herum. Hier eine Review, da seine mittelerfolgreiche Facebookseite. Irgendwo steht was von einem 23-jährigen Kopenhagener. „So jung!“ Mit einem Kerl Ende 30 hättest du eher gerechnet, so abgebrüht wie die Musik von Sekuoia ist. Dann wird dir aber auch klar, dass der junge Däne noch am Anfang seiner Karriere noch gar nicht so bekannt sein kann. Endlich kannst du mal wieder in deinem Freundeskreis mit einem coolen Newcomer prahlen.

Aber du musst schnell sein, denn es ist unvorstellbar, dass Sekuoia weiter so unbekannt bleibt. Die Single ‚Brace‚ hat bestimmt nicht nur dich beim ersten Hören direkt mitgerissen. Marc Roland leiht dem Track seine soulige Stimme, was in Kombination mit den Sommervibes schnell an Fritz Kalkbrenner denken lässt. Aber an den guten, originellen Fritz, den er selbst immer wieder zu kopieren versucht. Also konzentrier dich lieber auf Sekuoia. Denn schnell wird dir klarwerden, dass hier die Gefahr der Langeweile nicht besteht. Schon im nachfolgenden Song auf dem Album, ‚Beau‚, bist du in einer anderen, aber passenden Klangwelt. Bonobo stand hier für die Glockenspiele Pate, die Melodien sind sicher von Caribou inspiriert. Der Track lässt dich nicht ruhig sitzen. Er ist dicht, kompakt, rhythmisch. Passt.

Der erste Durchgang gefiel dir so gut, dass schnell der zweite folgt. Die meisten Songs kommen dir auf einmal so bekannt vor. Gerade ‚Someone’s Problem‚ ist verdammt eingängig. Langsam baut sich der Song um dich herum auf, du hörst stimmähnliche Geräusche, nach 30 Sekunden setzt der melodiebeladene Synth mit Beat ein. Der Beat wird zigmal ausgeblendet und immer, wenn er wiederauftaucht, fühlst du das Verlangen nach rhythmischer Bewegung. Mit Gedanken an Four Tet setzt du dein Hören fort. Nach dem letzten Track ‚Lamp In The Dark‚ mit Kill J, der dich eher an irgendein uninspiriertes Majestic Casual Video erinnert, stellt sich noch die Frage, was es mit dem Albumtitel auf sich hat. Wahrscheinlich meint der junge Produzent, seine Lieder seien so gut, dass man sie unbedingt im unkomprimierten Audioformat FLAC hören muss. Du gibst ihm recht.

4von5

Sekuoia – flac
VÖ: 16. September 2016, Humming Records
https://soundcloud.com/sekuoia-1
www.facebook.com/sekuoia

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